101. Jahrestagung der DGKJ in Bremen - Kinderärztekongress überzeugt mit großer Themenvielfalt

Bremen 29.09.2005 - Rund 200 wissenschaftliche Veranstal­tungen, Kurse und Sitzungen erwarten die rund 3.000 Teilnehmer der 101. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ), die heute in Bremen eröffnet wird. Der Kinderärztekongress deckt ein breites Spektrum an pädiatri­schen Themen ab: von Impfungen über Neuropädiatrie (u.a. ADHS) bis hin zu Neonatologie und Intensivmedizin (z.B. „Plötzli­cher Kindstod“). Experten aus dem In- und Ausland stellen neue Behandlungs-  und Forschungsansätze in der Kinder- und Jugendmedizin vor. Zudem werden sozioökonomische Themen wie das neue Abrechnungssystem über Fallpauschalen diskutiert.

 

<?xml:namespace prefix = v ns = "urn:schemas-microsoft-com:vml" />„Oberstes Anliegen der DGKJ ist die bestmögliche Betreuung der kleinen Patienten“, betonte der Präsident der DGKJ, Prof. Dr. Erik Harms, auf der Eröffnungspressekonferenz. Es mangele jedoch an einigen Stellen, um eine optimale ambulante und stationäre medizinische Versorgung zu gewährleisten. "Bislang ist rund die Hälfte aller Medikamente, die Kindern verschrieben werden, nicht spezifisch für sie getestet und zugelassen. Dies birgt ein gewisses Risiko für die kleinen Patienten und bedeutet zugleich große Rechtsunsicherheit für den behandelnden Arzt", kritisierte Harms. Die DGKJ hoffe deshalb, dass die neue Verordnung für Arzneiprodukte in der Pädiatrie, die kürzlich vom Europäischen Parlament in erster Lesung verabschiedet worden ist, möglichst schnell umgesetzt werde.

 

Harms wies zudem darauf hin, dass rund 35 Prozent der Kinder im Alter von 0 bis 15 Jahren in Erwachsenenkliniken behandelt würden, ohne dass Kinder- und Jugendärzte primär für sie zuständig wären. „Eine alters- und fachgerechte medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein“, sagte Harms. Der Abbau von pädiatrischen Kliniken und Abteilungen in den letzten Jahren führe jedoch dazu, dass die hohe Qualität der kinderärztlichen Versorgung und der Kinderkrankenpflege immer weniger Kindern zugute käme - es sei denn, die Eltern nähmen weite Entfernungen in Kauf.

 

Der DGKJ-Tagungspräsident, Prof. Dr. Hans-Iko Huppertz, erklärte, dass die Jahrestagungen der DGKJ bedeutend dazu beitrügen, neue Forschungsergebnisse und inno­vative Forschungs- und Behandlungsansätze in der Pädiatrie an die Kinder- und Jugendärzte weiterzugeben. Noch bis Sonntag haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses Gelegenheit, ihr Wissen zu erweitern – auch über die Grenzen der Kinder- und Jugendmedizin hinaus. So werden in diesem Jahr erstmals allgemeinbildende Vorlesungen angeboten, die auch der interessierten Öffentlichkeit offen stehen. Diese haben „Klimaver­änderungen und Kindergesundheit“ sowie „Mythos Wald“ zum Thema. Entspannen können die Teilnehmer beim Konzert des Kinderärzteorchesters, das Stücke von Beethoven und Dvorak spielt. Zudem können die Kinder- und Jugendärzte bei einem 5000m-Lauf ihre Fitness unter Beweis stellen. Die ersten 200 Läufer, die das Ziel erreichen, erhalten ein Preisgeld, das sie zugunsten lokaler Projekte gegen Adipositas und Diabetes bei Kindern spenden.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist mit über 12.700 Mitgliedern die größte wissenschaftliche Fachgesell­schaft der deutschen Kinder- und Jugendärzte. Sie veranstaltet die Jahrestagung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ), der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) und dem Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland.