Abbildung der stationären Versorgung in der Kinder- und Jugendmedizin mit Fallpauschalen noch verbesserungsbedürftig

Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus ist oft teurer als von erwachsenen Patienten, insbesondere durch den höheren Personalbedarf. Die von Australien übernommenen und seit Anfang diesen Jahres budgetwirksamen Fallpauschalen bilden die Kosten der stationären Behandlung von Kindern und Jugendlichen noch nicht ausreichend ab. Dieses führt zu finanziellen Verlusten in den entsprechenden Einrichtungen.

 

Selbständige Kinderkrankenhäuser haben unter dieser Situation besonders zu leiden, da die Defizite nicht durch lukrativere Bereiche eines Gesamtklinikums ausgeglichen werden können. Deshalb hat das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung die selbständigen Kinderkrankenhäuser mit entsprechend teuren Kostenstrukturen Anfang des Jahres zu „Besonderen Einrichtungen“ erklärt, die nicht dem Fallpauschalengesetz unterliegen.

 

In diesem Jahr haben fünf große Kinderkliniken mehr als bisher an der Kalkulation für die dem neuen Fallpauschalengesetz zugrunde liegenden Kosten teilgenommen. Damit sind deutlich mehr kostspielige Fälle aus dem Pädiatriebereich in der Gesamtkalkulation der Kosten vertreten. Dieses hat zu Auswirkungen auf die Fallpauschalenliste geführt mit Verdoppelung der Anzahl von spezifisch-pädiatrischen und damit höher bewerteten Fallpauschalen. Hinzu kam eine zu erwartende Senkung der Verweildauer im Erwachsenenbereich um 25% mit der Folge von Kostensenkung im Erwachsenenbereich, der bisher die Kostenkalkulation insgesamt deutlich dominierte. Hierdurch konnten nun in einigen neuen Bereichen erstmals die hohen Personalkosten bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen auch rechnerisch dargestellt werden.

 

Da in der Zukunft eine weitere Reduktion der Verweildauer bei Erwachsenen zu erwarten ist, wird dieses auch zwar langfristig zu einer korrekteren Darstellung der hohen Kosten im Kinder- und Jugendbereich führen, allerdings weiterhin jeweils mit einer Verzögerung von ca. zwei Jahren. Aus diesem Grunde benötigen Kinderkrankenhäuser, aber auch Kinderkliniken in größeren Verbänden wie z.B. in den Universitäten, weiterhin den Schutz der „Besonderen Einrichtung“, bis die Systemanpassung des neuen Abrechnungssystems im Wesentlichen abgeschlossen ist. Andernfalls drohen vielen Kinderkliniken in der Übergangsphase hohe finanzielle Verluste und damit eine Verschlechterung der Versorgungsqualität in der stationären Behandlung von Kindern und Jugendlichen.

 

 

Prof. Dr. F. Riedel

DRG-Beauftragter der DGKJ