Arzneimittelsicherheit bei Kindern wird verbessert

DGKJ begrüßt Verordnung des Europäischen Parlaments

 

"Die Verbesserung der Arzneimittelsicher­heit bei Kindern ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Deshalb begrüßen wir, dass das Europäische Parlament die neue Verord­nung für Arzneiprodukte in der Pädiatrie in erster Lesung verab­schiedet hat.“ Dies erklärte Prof. Dr. Hannsjörg W. Seyberth, Vorsitzender der Kommission für Arzneimittelsicherheit im Kindesalter (KASK) der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ).

 

Bislang ist rund die Hälfte aller Medikamente, die Kindern verschrieben werden, nicht spezifisch für sie getestet und zuge­lassen. „Da der Markt für Kinderarzneimittel deutlich kleiner und damit weniger profitabel als der Markt für Erwachsenenmedika­mente ist, reichen die Marktkräfte alleine nicht aus, um die Entwicklung von Medikamenten für Kinder voranzutreiben“, sagte Seyberth. Der Verordnungsentwurf der EU verpflichtet die Pharma­unternehmen nun, mehr kindgerechte Medikamente zu entwickeln und vorhandene Medikamente auf ihre Wirkung bei Kindern zu testen. Werden neue Arzneimittel entwickelt, wird auch immer ihre Wirkung bei Kindern getestet werden müssen. Um die damit verbundenen Kosten auszugleichen, verlängert sich der Patentschutz um sechs Monate auf zehneinhalb Jahre. Somit kommen die meist preiswerteren Generika erst später auf den Markt. Zudem fordert das Europäische Parlament, bereits im Markt eingeführte Medikamente auf ihre Wirkung bei Kindern zu testen. Die Mittel hierfür sollen aus dem EU-Forschungsrahmen­programm kommen.

 

Die DGKJ erhofft sich von der EU-Verordnung, die frühestens zum Jahresende verabschiedet und anschließend in Kraft treten wird, eine Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei Kindern und mehr Rechtssicherheit für Kinder- und Jugendärzte. „Obwohl Kinder keine kleinen Erwach­senen sind, werden ihnen oftmals Erwachsenenmedika­mente in geringeren Dosen verabreicht“, erklärte Seyberth. Dies sei jedoch problematisch, da Arzneimittel im kindlichen Organis­mus je nach Entwick­lungsstufe unterschiedlich wirkten und ihre Wirkung auch nicht mit der bei Erwachsenen zu vergleichen sei.  

 

 

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Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.

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