Pressemeldungen

Ausgezeichnete Kinder- und Jugendärzte

14.09.2013


Priv.-Doz. Dr. Brenner, Prof. Dr. Wagner

Preise und Ehrungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin

Heute standen herausragende Kinder- und Jugendärzte im Zentrum der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in Düsseldorf, zu der bis Sonntag über 2.500 Teilnehmer erwartet werden. Gleich vier Mediziner, die in sehr unterschiedlichen Phasen des wissenschaftlichen Lebens stehen, wurden von der Fachgesellschaft für ihre herausragenden Leistungen geehrt und mit Preisen und Ehrungen ausgezeichnet.

DGKJ-Präsident Prof. Dr. Norbert Wagner überreichte den renommierte Adalbert-Czerny-Preis, den Selma-Meyer-Dissertationspreis sowie zwei Ehrenmitgliedschaften.

Nachwuchs-Förderung: Adalbert-Czerny-Preis für PD Dr. Sebastian Brenner

PD Dr. Sebastian Brenner erhielt den Adalbert-Czerny-Preis der DGKJ, mit dem besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin und ihrer Grenzgebiete ausgezeichnet werden. Der 42-jährige Kinder- und Jugendarzt aus Dresden dokumentiert in seiner Arbeit „The histone demethylase UTX regulates stem cell migration and hematopoiesis“ Mechanismen der Blutbildung. Die primär molekularen Daten wurden für den  epigenetischen Regulator in einer eigens generierten UTX knock-out Maus eindrucksvoll belegt: Die Jury unter Leitung von Prof. Dr. Ludwig Gortner beurteilt die Arbeit als herausragenden Beitrag, der die Regulation der Stammzellmigration in der Hämatopoese in klarer Form und in inhaltlich überzeugender Herleitung darstellt. - Am morgigen Sonntag wird Herr Brenner den Teilnehmern der DGKJ-Jahrestagung seine Arbeit im Rahmen des Symposiums „Regenerative Therapien bei nicht-onkologischen Erkrankungen in der Pädiatrie“ vorstellen.

PD Dr. Sebastian Brenner ist Oberarzt an der neonatologischen  und pädiatrischen Intensivstation des Universitätsklinikums Dresden und derzeit u.a. auch mit der Erstellung eines deutschlandweiten Reanimations- und Hypothermieregisters für Kinder befasst.

Die Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses konzipiert und mit 10.000 € dotiert.  

Weitere Informationen zum Adalbert-Czerny-Preisträger 2013 sowie eine Liste ausgewählter Publikationen erhalten Sie hier.

Ausgezeichnete Promotion: Dr. Dominik Sturm

Mit der Entstehung maligner Hirntumoren bei Kindern befasst sich Dr. Dominik Sturm (29), dessen Abschlussarbeit aus dem Bereich der Pädiatrischen Neuroonkologie  mit dem Selma-Meyer-Dissertationspreis prämiert wurde.  Dominik Sturm ist am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg tätig und hat bereits zahlreiche Fachbeiträge in renommierten Journalen veröffentlicht. Seine 2012 abgeschlossene Dissertation „Integrative Genomics Identifies Biological Subgroups, Molecular Markers,and Novel Therapeutic Targets in Pediatric Brain Tumors“ wurde von der Jury der DGKJ mit Blick auf die wissenschaftliche Substanz, die Methodik, die Relevanz der Ergebnisse und auch in sprachlicher Hinsicht als „absolut herausragend“ gewürdigt. Besonders beeindruckte die Preisrichter, dass diese zukunftsorientierte Forschungsarbeit gleich mehrere grundlegend neue Befunde zur Biologie von Gioblastomen und Medulloblastomen enthält.

Der mit 2.500 Euro dotierte Dissertationspreis der DGKJ trägt den Namen der jüdischen Kinderärztin Selma Meyer, die 1927 als erste Frau zur außerordentlichen Professorin für Kinderheilkunde ernannt worden war.

Ehrenmitgliedschaft der DGKJ: Prof. Dr. Hans Joachim Bremer

Über Jahrzehnte hat er die Universitäts-Kinderkliniken in Düsseldorf und Heidelberg geprägt: Prof. Dr. Hans Joachim Bremer (80) wurde heute zum Ehrenmitglied der DGKJ ernannt.

Joachim Bremer promovierte mit einer biochemischen Fragestellung 1959 an der Humboldt-Universität Berlin, 1958 – 1962 war er Assistent am Max-Planck-Institut für Meeresbiologie in Wilhelmshaven und begann anschließend die Facharztausbildung. Von den Universitätskinderkliniken in München und in Ulm, wo er sich 1970 habilitierte, wechselte er 1972 nach Düsseldorf. Zwei Jahre später übernahm Prof. Dr. Bremer dort den Lehrstuhl für Kinderheilkunde. Von 1987 bis zu seiner Emeritierung 1999 war Hans Joachim Bremer Geschäftsführender Direktor der Universitäts-Kinderklinik Heidelberg  und Leiter der Poliklinik sowie der Abteilung Allgemeine Pädiatrie. 

Zu seinen ausgewiesenen Forschungsschwerpunkten zählen die Ernährungslehre und die Tropenpädiatrie und besonders die angeborenen Stoffwechselerkrankungen. Auf diesem Feld veröffentlichte er international wegweisende Arbeiten, etwa zu Störungen des Aminosäuren-Stoffwechsels, und seine Beiträge zu verbesserten Diagnose- und Behandlungsempfehlungen von Stoffwechselerkrankungen sind herausragende Verdienste für die Kinderheilkunde. 

Ehrenmitgliedschaft der DGKJ: Prof. Dr. Hermann Schulte-Wissermann

Prof. Dr. Hermann Schulte-Wissermann (71) hat bereits eine Auszeichnung der DGKJ erhalten, als ihm 1978 als vielversprechenden Nachwuchswissenschaftler der Adalbert-Czerny-Preis zugesprochen wurde. Acht Jahre später war er dann Tagungspräsident der DGKJ, als der Kongress der Kinder-und Jugendärzte 1995 in Krefeld zu Gast war.

1969 wurde Herr Schulte-Wissermann approbiert, legte dann den Facharzt für Pathologie ab und 1974 den für Kinderheilkunde. Nach einem 2-jährigen Forschungsaufenthalt in den USA habilitierte er sich 1978 mit der Arbeit "In-Vitro und In-Vivo-Experimente mit kultiviertem Thymusepithel; Untersuchungen zur Thymusfunktion" und wurde im Folgejahr zum Professor auf Lebenszeit ernannt. Von 1986 bis zu seiner Pensionierung leitete er das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Krefeld.

Prof. Dr. Schulte-Wissermann hat sich engagiert für die hohe Qualität der Kinderkrankenpflege und die Anerkennung dieses Berufs verwendet, und auch für die Güte der Lehre und Fortbildung im ärztlichen Bereich hat er sich konsequent eingesetzt. Heute erhielt Herr Schulte-Wissermann als Dank für seine Aktivitäten die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

 

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