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Kontroverse vor dem Petitionsauschuss: Monika Otte fordert Minister Gröhe heraus

13.04.2016

© DGKJ
Hildegard Wewers (links) und Monika Otte (rechts) im Deutschen Bundestag (Bild: DGKJ)

Auch Bundesminister Hermann Gröhe erschien zur öffentlichen Beratung der Petition „Erhalt der Kinderkrankenpflege“, zu der der Petitionausschuss aufgrund der mit über 160.000 Unterschriften bereits jetzt äußerst erfolgreichen Eingabe von Monika Otte eingeladen hatte.

Das Interesse an der öffentlichen Beratung war so groß, dass interessierte Zuhörer bereits im Vorfeld aus Platzmangel abgewiesen wurden. Monika Otte, die Petentin, hatte eingangs Gelegenheit, in einem längeren Statement ihre Position darzustellen. Anschließend beantworteten sie und die Pflegedirektorin Hildegard Wewers aus Osnabrück Fragen der Abgeordneten des Petitionsausschusses. Sie nahmen die Gelegenheit, ihre Sicht der geplanten Pflegeausbildungsreform darzustellen, sehr souverän und sehr überzeugend wahr.

Es erstaunte, dass der Bundesgesundheitsminister sich von der Petition und dem auch sehr hohen persönlichen Engagement der beiden Kinderkrankenpflegerinnen unbeeindruckt zeigte und betonte, dass sein Gesetzentwurf sogar eine Verbesserung gegenüber der geltenden Rechtslage für die Kinderkrankenpflege bedeuten würde, v.a. was den Praxisanteil in der Ausbildung beträfe (?). Frau Otte forderte demgegenüber eine Ausweitung der praktischen und theoretischen Ausbildung, ausgehend von dem vorliegenden Gesetzentwurf und den vorliegenden Eckpunkten für die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Sowohl Frau Otte als auch Frau Wewers entgegneten dem Minister, dass die jetzigen Entwürfe lediglich Kann-Regelungen für die Kinderkrankenpflege darstellen und forderten hier Verpflichtendungen der Ausbildungsträger ein gegenüber denjenigen, die eine Vertiefung in der Kinderkrankenpflege wählen. Darüber hinaus forderte Frau Otte sehr vehement eine eigene Berufsbezeichnung für die Kinderkrankenpflege ein, da sonst die an Kindern interessierten Bewerberinnen und Bewerber zukünftig ausbleiben würden. Als Argument konnte sie auf die Ergebnisse ihrer Umfrage hinweisen, an der über 4.000 Kinderkrankenpflegerinnen und –pfleger teilgenommen hatten.

Die DGKJ wird sich auch weiterhin für den Erhalt der Kinderkrankenpflege zur Absicherung der Qualifikation bei der Pflege von Kindern einsetzen.

Die öffentliche Beratung des Petitionsausschusses am 11. April 2016 mit der Petentin Frau Otte und dem Bundesgesundheitsminister ist einem Videomitschnitt des Parlamentsfernsehens dokumentiert und kann über die Mediathek des Deutschen Bundestags aufgerufen werden.

Weitere Informationen zur Umfrage und zur Petition hält die DGKJ online auf einer Schwerpunktseite bereit.

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