Pressemeldungen

Neuausrichtung von Prävention und Früherkennung für bessere Kindergesundheit

18.12.2012

Presseinfo der DGKJ zum aktuellen „Eckpunktepapier zur Präventionsstrategie“ der Regierungskoalition

Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nimmt in dem am 13. Dezember von der Regierungskoalition verabschiedeten Eckpunktepapier zur Präventionsstrategie eine zentrale Rolle ein. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) begrüßt diese Gewichtung, werden doch im Kindesalter entscheidende Weichen für den Gesundheitszustand im Erwachsenenleben gestellt, die viele Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Gesundheitsförderung bieten.

Die Präventionsstrategie der Regierung nennt als ausdrückliche Aufgabe der Kinder- und Jugendärzte, Familien `vorausschauend´ zu beraten. Ziel solle es u.a. sein, Familien ausführlicher als bisher zur körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklung des Kindes sowie zum Schutz vor gesundheitlichen Risiken zu beraten.

DGKJ-Präsident Norbert Wagner sieht diesen Ansatz der Primärprävention in der Kinder- und Jugendmedizin gut angesiedelt: „Im Grunde haben wir mit den vorhandenen 11 Vorsorgeuntersuchungen (U1 bis J1) eine solide Basis für eine umfassende gesundheitliche Prävention im Kindes- und Jugendalter. Ich erwarte nun, dass die Bundesregierung die bisher zur Früherkennung von Krankheiten konzipierten, regelmäßigen Vorstellungen beim Kinder- und Jugendarzt durch eine eindeutige Änderung des §26 SGB V zu effektiven Instrumenten der (Primär-) Prävention ausbaut. Aus unserer Sicht geht es um eine qualitative Verbesserung der regelmäßigen Vorsorgetermine – auch wenn einzelne Ärzte hier schon weit mehr Engagement mit Beratung der Eltern etc. zeigen, als es der Gesetzgeber vorsieht. Daher warte ich gespannt auf den Gesetzentwurf, der die Präventions-Eckpunkte umsetzt. Erst dann können wir beurteilen, wie ernst es der Bundesregierung mit der Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche tatsächlich ist.“

Die über 14.000 in der wissenschaftlichen Fachgesellschaft DGKJ vertretenen Kinder- und Jugendärzte sehen sich, so Wagner, nahezu täglich mit dem hohen Bedarf an wissenschaftlich gesicherten und familienorientierten Präventionsstrukturen konfrontiert: „Nur durch eine alltagsbezogene und individuelle Gesundheitsförderung lässt sich den `Neuen Morbiditäten´ im Kindes- und Jugendalter vorbeugen – dies wäre aber ein riesiger Erfolg, denn psychosomatische Beschwerden, Entwicklungsstörungen, Suchtverhalten wegen übermäßigen Medienkonsums, Adipositas oder Anorexie im Jugendalter sind eine schwere Ausgangsposition für die Erwachsenengesundheit. Wir unterstützen auch weitere in den Eckpunkten genannte Präventionsziele wie die Förderung eines zurückhaltenden Einsatzes von Antibiotika oder auch die Steigerung der Impfquoten.“

 

Pressekontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
Dr. Sybille Lunau | Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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