Presseinfo: Krankenhausinfektionen von Kindern verhindern – Forschung, Fortbildung und Netzwerke

Abbildung 1: sensibler Stamm und Kultur verschiedener Staphylococcus-Stämme. ©DGKJ/JT2014. G. Schröder/F.-Löffler-Institut für Medizinische Mikrobiologie.

Berlin/München, 24. Juli 2015. – „Keim-Alarm auf Frühchenstation“, „Gefährlicher Darm-Keim auf der Kinderstation“, „Todes-Keim auf der Frühchenstation“ – multiresistente Erreger in der Neonatologie machen Schlagzeilen. Der bundesweite Kinder- und Jugendärztekongress 2015 wird sich intensiv mit sinnvollen Hygiene- und Präventionsmaßnahmen gegen Krankenhausinfektionen befassen.

Der Umgang mit multiresistenten Erregern ist eines der Schwerpunktthemen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ). Die deutschlandweit größte Veranstaltung zu Themen der Kinder- und Jugendmedizin setzt in diesem Jahr neben der Ernährung und der Immunsuppression einen besonderen Schwerpunkt auf die Prävention von nosokomialen Infektionen und auf den Umgang mit multiresistenten Erregern.

DGKJ-Tagungspräsident Prof. Dr. Klaus-Peter Zimmer: „Die Gefährdung von pädiatrischen Patienten mit einer Schwächung des Immunsystems oder der Notwendigkeit der Behandlung auf einer Intensivstation ist ein besonders dringliches Thema mit akutem Handlungsbedarf. In Deutschland erleidet jedes 5. Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1.500g aufgrund seiner Abwehrschwäche während des stationären Aufenthaltes eine nosokomiale Infektion mit möglichen Konsequenzen für die körperliche und psychomotorische Entwicklung. Mindestens 20 Ausbruchsgeschehen auf neonatologischen und pädiatrischen Intensivstationen pro Jahr in Deutschland zeigen, wie wichtig weitreichendere Maßnahmen zum Schutz dieser Risikopatienten sind. Multiresistente Keime (VRE, ESBL u.a.) werden vermehrt in Risikobereichen von Krankenhäusern nachgewiesen. Bei der Spätform der Neugeborenen-Sepsis ist das Risiko zu versterben bei einem multiresistenten gramnegativen Bakterium im Vergleich zu einem nicht-multiresistenten gramnegativen Keim etwa dreimal höher.“

Robert-Koch-Institut und verschiedenen Fachgesellschaften haben auf Basis der wissenschaftlichen Evidenz Empfehlungen zur Reduktion nosokomialer Infektionen erstellt und die deutschlandweite verpflichtende Infektionssurveillance eingeführt.

Dennoch sind über die fachliche Ebene hinaus bei der Umsetzung auch außerklinische Faktoren zu berücksichtigen, erläutert Prof. Zimmer: „Hygienemaßnahmen verursachen Kosten, die die Budgets der Kliniken nicht unerheblich belasten. Sie erfordern die kontinuierliche Fortbildung aller Mitarbeiter mit der Bildung eines geschulten Teams, die zusätzlichen Vorkehrungen zum Schutz der Kinder müssen den Patienten und ihren Eltern bzw. Besucher erläutert und mit den damit verbundenen Einschränkungen der Betreuungsmöglichkeiten überwacht werden.“

Mit der Bildung regionaler Netzwerke wurde auf die steigende Inzidenz der Besiedelung mit Problemkeimen wie MRGN (multiresistente gramnegative Erreger, resistent gegenüber verschiedenen Antibiotika)  und MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) reagiert, die eine Herausforderung für den Kinder- und Jugendarzt in Klinik und Praxis darstellen.

Für die DGKJ-Jahrestagung in München wurde die umfassende Diskussion der Thematik in Workshops, Key Note Lectures, Plenarsitzungen und Symposien konzipiert. Ein besonderer Fokus wird auf die Diskussion der praktischen Umsetzung gelegt. Hierbei werden sowohl die aktuellen Empfehlungen zu baulichen und personellen Anforderungen thematisiert und an Fallbeispielen erläutert als auch neue Möglichkeiten zum Umgang mit dieser Problematik kontrovers erörtert.

 

Vom 2. bis zum 5. September 2015 wird im Internationalen Congress Center in München die 111. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) stattfinden, zusammen mit den Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ), der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) und des Berufsverbandes Kinderkrankenpflege Deutschland (BeKD). Mehr als 3.000 Teilnehmer aus allen Bereichen der Kinder- und Jugendmedizin werden erwartet.

Hinweis für die Redaktionen

Gern sind Sie uns bei allen Veranstaltungen auf dem Kinder- und Jugendärztekongress willkommen. Herzlich einladen möchten wir Sie auch zur Pressekonferenz am 1. September um 11:00 Uhr im PresseClub München am Marienplatz 22, 80331 München. Informationen und Akkreditierungen für Pressekonferenz und Kongress über presse(at)dgkj.de.

 

Pressekontakt:
Prof. Dr. Klaus-Peter Zimmer
Tagungspräsident 2015 der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
DGKJ-Geschäftsstelle
Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin
Tel. +49 30 3087779-14
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