Pressemeldungen

Presseinfo: Virtuelle Ausstellung "Im Gedenken der Kinder"

23.01.2013


http://www.im-gedenken-der-kinder.de

Kinderheilkunde und NS-Medizinverbrechen

Im Vorfeld zum 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, geht eine virtuelle Ausstellung über die NS-Medizinverbrechen an Kindern und Jugendlichen online.

Die Ausstellung „Im Gedenken der Kinder. Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit“ wurde von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) konzipiert und umgesetzt. Seit 2010 war die stetig erweiterte Dokumentation bereits in Potsdam, Berlin, Hamburg und Vechta zu sehen. Ab sofort wird diese Ausstellung auch virtuell unter www.im-gedenken-der-kinder.de angeboten.

Der Netzbesucher bewegt sich per Mausklick durch zwei virtuelle Räume und entlang von 28 Text- und Bildtafeln, die den Weg der „Medizin zwischen Vernichten und Heilen“ darstellen. Der Betrachter kann Informationen über einzelne Einrichtungen, Versuchsreihen und Experimente abrufen, oder sich per Zoom den Beschreibungen der Kinder nähern und Profile der verantwortlichen Mediziner aufrufen. Eine Hördatei vertont Briefwechsel zwischen Eltern und Ärzten. Das Angebot wird ergänzt durch einen Auszug des umfangreichen Ausstellungskatalogs (in gedruckter Fassung erhältlich) sowie aktuelle Veranstaltungsdaten der „realen“ Wanderausstellung.

Über 10.000 Kinder und Jugendliche fielen in der Zeit des Nationalsozialismus den verschiedenen Programmen zur Vernichtung „lebensunwerten Lebens“ zum Opfer. Diese Verbrechen fanden in der Mitte des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland statt, in Arztpraxen und Krankenhäusern, staatlichen Ämtern und wissenschaftlichen Instituten. In vielen Fällen waren es Kinderärzte und Kinderärztinnen, die die Kinder meldeten, begutachteten, für Experimente benutzten und töteten.

Wie konnte das heute Unfassbare geschehen, auf welche Weise sind Kinder in diese Aktionen der NS-Medizin hineingeraten, was geschah in den „Kinderfachabteilungen“, welche Wissenschaftler, Kliniken und Institute waren an den Experimenten mit Kindern beteiligt und in welchem Maße war die Kinderheilkunde der NS-Zeit an diesen Geschehnissen beteiligt? Die Ausstellung „Im Gedenken der Kinder“ gibt über historische Recherche, Originaldokumente und Fallbeispiele Antworten: Sie dokumentiert die Verwicklung der Kinderheilkunde in die NS-Medizinverbrechen.

Zusätzlich zum Angebot im Netz wird die Ausstellung vor Ort in Vechta, Museum im Zeughaus, noch bis einschließlich 27. Januar 2013 gezeigt. Weitere Stationen sind Magdeburg und München. Über die genauen Termine und Ausstellungsorte wird die DGKJ-Website zeitnah informieren.

Pressekontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
Dr. Sybille Lunau | Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin
Tel.: +49 30 3087779-14 | Fax: +49 30 3087779-99
www.dgkj.de | presse@dgkj.de

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