DGKJ-Jahrestagung 2016

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Pressemeldungen

Warten auf die große Chance

31.05.2010

Presseinfo der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN)
zum Tag der Organspende am 5. Juni

Nierenkranke Kinder in Deutschland müssen vor allem eines lernen: Warten. Dreimal in der Woche müssen viele von ihnen zur Dialyse. Die Blutwäsche dauert bis zu 5 Stunden, eine Zeit, die ihre Altersgenossen beim Sport, beim Musikkurs oder einfach mit ihren Freunden verbringen können. Warten auf den nächsten Dialysetermin, Warten, bis die Behandlung fertig ist, Warten auf ein Spenderorgan.

Für manche Patienten ist diese Zeit leider zu lang, konstatiert Prof. Dr. Bernd Hoppe von der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN): „Dialyse ist für Kinder und Jugendliche körperlich wie seelisch sehr belastend - sie kann nur eine Zwischenlösung sein. Leider aber ist die Spendenbereitschaft in Deutschland und damit die Chance auf eine neue Niere auch für Kinder erschütternd niedrig.“

Trotz engagierter Kinderärzte und -kliniken, trotz der Unterstützung durch Elterngruppen und Organisationen dauert es bis zu 26 Monaten, bis ein schwer nierenkrankes Kind in Deutschland ein Spenderorgan erhält. Damit liegt Deutschland auf Platz 13 von 16 europäischen Ländern. Zum Vergleich: In Frankreich oder Spanien liegen die Wartezeiten für Kinder und Jugendliche bei 3 bis 4 Monaten!

Derzeit stehen bei Eurotransplant 7902 Menschen (davon 112 Kinder) auf der aktiven Warteliste für eine Spenderniere, durchgeführt wurden im Jahr 2009 aber nur 2024 Transplantationen. Bei der Zuordnung der Spenderorgane werden Kinder gegenüber Erwachsenen bevorzugt – dieser pädiatrische Bonus ist unverzichtbar, denn sehr lange Dialysezeiten können bei den jungen Patienten zu starken Beeinträchtigungen der körperlichen wie geistigen Entwicklung führen, und auch in Schule und Ausbildung machen sich die Belastungen deutlich bemerkbar. Ab diesem Jahr umfassen die so genannten Allokationsrichtlinien auch Jugendliche über 16 Jahren mit noch bestehendem Wachstumspotenzial, die bislang von dieser Bonusregelung ausgenommen waren.

Die Lösung liegt für Nierenspezialist Hoppe nahe: „Organspende gibt jedem von uns die Chance, anderen Menschen ein neues Leben schenken zu können. Für die schwer nierenkranken Patienten gibt nur ein Transplantat den Weg frei für ein normales Leben. Mit diesem Gedanken sollte sich jeder einmal aufrichtig befassen.“

Organspendeausweise gibt es für alle Spendenbereiten in der Arztpraxis, in vielen Gesundheitsämtern und –einrichtungen oder direkt per Anforderung, z.B. unter www.organspende-info.de


TV-Tipps:Am 2.6.2010 ist Prof. Bernd Hoppe zu Gast bei Günter Jauch auf stern tv (RTL, 22:15 Uhr) und wird dort den ganz besonderen Alltag nierenkranker Kinder und Jugendlicher schildern.
Nierenkranke Kinder und Jugendliche gestalten das Web-TV-Programm www.nephro.tv, das jederzeit online abrufbar ist.

Pressekontakt:
Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN)
Prof. Dr. med. Bernd Hoppe
über
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
Dr. Sybille Lunau | Ref. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin
Tel.: 030/3087779-14 | presse(at)dgkj.de


Die Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN) ist Mitglied im Konvent der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ), der wissenschaftlichen Fachgesellschaft der gesamten Pädiatrie in Deutschland. Weitere Infos: www.dgkj.de.

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