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Mehr als gesundes Essen: Ernährungsmedizin für Kinder und Jugendliche

26.08.2009

Berlin, 26. August 2009. - Falsches Essen macht dick und krank, lernen heute schon die Vorschul-Kinder. Der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit gehört zum Allgemeinwissen schon der Allerkleinsten. Weniger bekannt ist, wie stark sich bestimmte Nahrungs-Inhaltsstoffe auf den Verlauf schwerer Erkrankungen oder chronischer Leiden auswirken können. Der nächste Woche beginnende Kinder- und Jugendärztekongress stellt die therapeutische Funktion von Ernährung ins Zentrum der wissenschaftlichen Diskussion.

Kinderernährung soll Wachstum und Entwicklung sichern, Mangelzustände verhindern und zudem noch so zusammengestellt sein, dass im wesentlichen „angefutterte“ Krankheiten wie Adipositas oder Typ-2-Diabetes später gar nicht erst entstehen. Lassen sich denn neben diesem präventiven Ansatz auch andere, nicht ernährungs­abhängige Erkrankungen durch eine bestimmte Lebensmittelkombination lindern oder gar vermeiden?

Prof. Dr. Hansjosef Böhles, der die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) vom 3.-6. September in Mannheim organisiert: „Die Auswahl und Zusammenstellung der Nahrung ist etwa bei angeborenen und erworbenen Stoffwechselerkrankungen schon längt fester Bestandteil der Therapie. Mit bestimmten Inhaltsstoffen lassen sich Stoffwechselabläufe des Körpers gezielt beeinflussen - Ernährungsmedizin ist angewandte Biochemie. Ein Beispiel sind chronische Lungen- und entzündliche Darmerkrankungen, bei denen die Gabe von langkettigen ungesättigten Fettsäuren der Omega-3-Familie (Fischöle) hilft, Entzündungsreaktionen wirksam zu vermindern.“

Prof. Böhles selbst, der das Universitäts Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Frankfurt am Main leitet, wird auf dem Kongress die Zusammenhänge von Lungenerkrankungen und Ernährung erörtern und dabei Aspekte der Beeinflussung der Muskelkraft für die Atmung, für die Lungenreifung und die Bildung von CO2 vorstellen. Ein weiterer Vortrag befasst sich mit dem Ernährungsstatus mukoviszidose­kranker Kinder und wird ausführen, dass die Lungenfunktion bei Patienten mit etwas höherem Gewicht meist besser ist als bei sehr schlanken Kindern mit Cystischer Fibrose.

Auch bei Allergien hat die Ernährungsmedizin Neues beizutragen: Anders als noch vor einigen Jahren wird z.B. nicht mehr empfohlen, allergieverdächtige Lebensmittel wie Fisch, Soja oder Gluten aus der Beikost fernzuhalten. Die herausgezögerte Gabe dieser Nahrungsmittel brachte nicht den erwünschten Erfolg. Auf der DGKJ-Jahrestagung werden neue Empfehlungen zur Prävention von Zöliakie und atopischen Erkrankungen erörtert.

Prof. Böhles betont die Komplexität der pädiatrischen Ernährungsmedizin, die zahllose Faktoren und eine extrem uneinheitliche Patientengruppe erfassen will: „Neben den ernährungstherapeutischen Themen ist der präventive Aspekt in der Pädiatrie nach wie vor zentral! Wir wissen mittlerweile, dass zahlreiche Zivilisationskrankheiten schon sehr früh angelegt werden, teils über eine fetale Programmierung noch in der vorgeburtlichen Zeit. Deshalb befasst sich die Kinder- und Jugendmedizin auch intensiv mit der optimalen Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit, um von Anfang an positive Einflüsse verstärken zu können.“


Alle Informationen zur DGKJ-Jahrestagung (3.-6. September 2009, Kongresszentrum Mannheim): www.dgkj2009.de


Am Donnerstag, dem 3. September um 13:30 Uhr, lädt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) zum Pressegespräch. Ort: Pressebüro im CongressCenter Rosengarten, Mannheim, 13:30-ca.14:45 Uhr.

Ihre Gesprächspartner werden sein:
Prof. Dr. Fred Zepp (Präsident der DGKJ), Prof. Dr. Hansjosef Böhles (Kongresspräsident),  sowie die Tagungspräsidenten Dr. Helmut Peters (Sozialpädiatrie)  und Prof. Johannes L. Koltai (Kinderchirurgie). 

  • Transkulturelle Pädiatrie - brauchen wir eine Migrantenmedizin?
  • Die Neue Grippe aus Sicht der Kinder- und Jugendmedizin
  • Mehr als gesundes Essen - Ernährungsmedizin für Kinder und Jugendliche
  • Komplikationsmanagement in der Kinderchirurgie

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung für das Pressegespräch. Selbstverständlich akkreditieren wir interessierte Journalisten auch gern für den gesamten Kongress.


Pressekontakt:

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
Dr. Sybille Lunau
- Ref. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit -
Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin
Tel. +49 30 3087779-14 | Fax +49 30 3087779-99

Vom 3.-6. September:
Pressebüro DGKJ-Jahrestagung in Mannheim
Tel. +49 621 4106-5003 | Fax +49 621 4106-5004
s.lunau(at)dgkj.de  |   www.dgkj.de

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