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Neugeborenscreening - unseriöse Internetangebote versprechen mehr Sicherheit

11.05.2012

Im Internet werben kommerzielle Anbieter für umfassende medizinische Checks des Babys, um noch mehr Krankheiten so früh wie möglich behandeln zu können. Nicht seriös, sogar gefährlich, urteilen Experten aus der Kinder- und Jugendmedizin.

Die privaten DNA- oder Urintests würden, da sie auf viel mehr Krankheiten screenen als die Kassenleistung „Neugeborenenscreening“, auch viel mehr Schutz für das Baby bieten, versprechen die Anbieter den verunsicherten Eltern. Während das anerkannte Standardverfahren derzeit 2 Hormonkrankheiten und 12 Stoffwechselkrankheiten erfasst und auf deren Behandlungsmöglichkeit zielt, haben manche der kommerziellen Institute über 100 Krankheiten und sogar Gesundheitsrisiken in ihrem Screeningkatalog.

Kinder- und Jugendärzte warnen jedoch vor unkontrollierten Untersuchungen auf irrelevante oder nicht zu interpretierende biochemische oder genetische Eigenschaften, vor längst überholten Untersuchungsverfahren (bei denen viele Patienten übersehen werden und bei denen eine Fülle `falsch positiver´ Befunde entsteht, die sich später nicht bewahrheiten) - sowie vor der komplett fehlenden Beratung der Eltern.

Die Deutsche Gesellschaft für Neugeborenenscreening hat zu diesem Thema eine ausführliche Stellungnahme veröffentlicht, die von der DGKJ mitgetragen wird. Sie können die gesamte Empfehlung hier nachlesen.  

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