Meldungsarchiv

Presseinfo: Gute Versorgung - Kinder- und Jugendärztekongress eröffnet

13.09.2013


Eröffnungsabend, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

Düsseldorf, 13. September 2013. – Mehr als 2.500 Kinder- und Jugendärzte werden bis zum Sonntag in Düsseldorf erwartet. Auf dem größten Kongress für Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland werden über 400 Referenten ihre Fachbeiträge zum Leitthema „Vorsorgen, Umsorgen, Nachsorgen“ zur Diskussion stellen und damit neueste Erkenntnisse rund um die Kindergesundheit präsentieren. Die Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) umfasst über 750 Vorträge, Symposien und Workshops zu allen Bereichen des Fachs.

Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Dr. Ertan Mayatepek vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf übernommen. Das Programm ist durch drei Schwerpunkte gegliedert:

  • Pharmakotherapie bei Kindern: Der Mangel an kindgerechten Medikamenten, die Problematik des „off label use“ und Fragen nach Wirksamkeit und rationalem Einsatz von Medikamenten für die Allerkleinsten unserer Gesellschaft stehen hier im Vordergrund.
  • Neue diagnostische Strategien: Ein großer Zuwachs an Konzepten und Verfahren wird den Bereich der Diagnostik in der Kinder- und Jugendmedizin erheblich verändern – „next generation sequencing will change your life (as a paediatrician)!“
  • Infektanfällige Kinder, Antibiotikaverbrauch an deutschen Kinderkliniken, nosokomiale Infektionen und Krankenhaushygiene – der Bereich Infektiologie und Immunologie befasst sich zudem besonders eingehend mit gen- und zelltherapeutischen Ansätzen zur Behandlung angeborener Immundefekte.

Die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, hielt die Festrede auf der Eröffnungsfeier am Donnerstagabend im Congress Center Düsseldorf.

In ihrer Rede ging sie auch auf den zentralen Aspekt der vorbeugenden Sozialpolitik ein: „Mit unserem Modellvorhaben ‚Kein Kind zurücklassen!‘ gestalten wir eine vorbeugende Politik, in dem wir Kinder von Anfang fördern, damit sie unabhängig von ihrer Herkunft und dem sozialen Status der Eltern ihre Talente und Fähigkeiten entwickeln können. Ich bin absolut davon überzeugt, dass dies für die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidend ist. Denn eine Gesellschaft, die sich nicht oder kaum um ihre Kinder kümmert, hat keine Zukunft“.

In seiner Rede auf dem Eröffnungsabend griff DGKJ-Präsident Prof. Dr. Norbert Wagner einen neuen Begriff der Vorsorge für Kinder auf, der das Verständnis von Prävention im Sinne eines gesundheitsfördernden Lebensstils und der frühestmöglichen Diagnose von Erkrankungen um die soziale Komponente erweiterte: Die „Soziale Prävention“ gibt insbesondere den gesundheitlichen Risikofaktoren in der Lebensumwelt des Kindes mehr Aufmerksamkeit.

„Ein Muss,“ so Wagner, „denn mehr und mehr haben unsere Patienten Probleme, die in ihren Lebensbedingungen, ihren sozialen, materiellen und familiären Verhältnissen begründet sind. Schon längst sprechen wir von den `neuen Kinderkrankheiten´ und meinen damit beispielsweise Verhaltensauffälligkeiten, Ängste, Ess- und Schlafstörungen.“ Damit die kinderärztlichen Maßnahmen nachhaltig wirken können, müsse das Kind im Zentrum eines multiprofessionellen Netzwerks stehen, das soziale Unterstützung bietet.

Pressekontakt

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
Dr. Sybille Lunau | Ref. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin
Tel.: 030/3087779-14 | presse@dgkj.de
www.dgkj.de|  www.dgkj.de

zurück zur Liste