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Deutlich weniger Antibiotikaverordnungen durch Kinder- und Jugendärzte

24.10.2014


Der jüngst veröffentlichte kassenärztliche Versorgungsatlas belegt signifikante Rückgänge bei der ambulanten Antibiotikaverordnung für Kinder und Jugendliche.

Im Oktober veröffentlichte der Versorgungsatlas, eine Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, aktuelle Zahlen zu Antibiotikaverordnungen in Deutschland. Darin wird ein bundesweiter, statistisch signifikanter rückläufiger Trend bei der Verordnung von Antibiotika für Kinder unter 14 Jahren belegt. Seit 2009 geht der Anteil der Kinder mit Antibiotika­verordnung zurück und liegt in 2011 unter 40%. Die Autoren der Studie bewerten dies angesichts der möglichen bakteriellen Resistenzentwicklung als „äußerst positiv“.

 

Die Studie deckt einen Fünfjahreszeitraum von 2008 bis 2012 ab. Verwertet wurden die pseudonymisierten Arzneiverordnungsdaten des Jahres 2008 bis 2012 aus Arztpraxen. Drei Indikatoren wurden bevölkerungsbezogen in Bezug zur Gesamtzahl der gesetzlich Versicherten berechnet: Die Anzahl der verordneten Packungen (Rezeptierungen), die Anzahl der definierten Tagesdosen (DDD) sowie die Anzahl der Patienten mit mindestens einer Antibiotikaverordnung.

 

In der Altersklasse bis 14 Jahre ist demnach ein deutlich ausgeprägter Rückgang der Verordnun­gen zu erkennen (nachdem in 2008 bzw. 2009 Spitzenwerte erreicht worden waren).

Prof. Dr. Fred Zepp, Vorsitzender der DGKJ-Kommission für Arzneimittelsicherheit im Kindes- und Jugendalter, sieht den Rückgang bei Antibiotikaverordnungen auch als Resultat einer erfolgreichen Aufklärungsarbeit: „Ein erfreulicher Trend besonders in der Kinder- und Jugendmedizin, der auf das Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen zurückzuführen ist: Aufklärung und engagierte Information der Eltern über Pro und Contra der Antibiotikaverordnung in dem jeweiligen konkreten Fall ist zeitaufwändig, kann aber viel bewirken.“

Diese Einschätzung wird von den Autoren der Studie geteilt: Sie begründen den stark rückläufigen Trend bei Kindern bis 14 Jahren unter anderem mit einer „eher zurückhalten­den“ Einstellung der Kinder- und Jugendärzte gegenüber Antibiotikaverordnungen sowie „einer zunehmenden Skepsis“ der Eltern, so dass möglicherwei­se vermehrt gemeinsame Therapieabsprachen zwischen Arzt und Eltern stattfinden.

Die gesamte Studie: www.versorgungsatlas.de

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