Meldungsarchiv

DGKJ-Stellungnahme zum Pflegeberufegesetz

20.05.2016

Stellungnahme zum Entwurf der Bundesregierung für ein Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG, BTD 18/7823)

sowie zum Antrag „Gute Ausbildung – Gute Arbeit – Gute Pflege“ (BTD 18/7414) sowie zum Antrag „Integrative Pflegeausbildung – Pflegeberuf aufwerten, Fachkenntnisse erhalten“ (BTD 18/7880)

 

Vorbemerkung

Als wissenschaftliche Fachgesellschaft der Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland mit über 15.000 Mitgliedern setzen wir uns satzungsgemäß für die beste medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen ein. Dabei nimmt die Pflege unserer Patienten einen zentralen Stellenwert ein. Daher fokussieren wir unsere Stellungnahme auf die Pflege kranker Kinder und Jugendlicher.

Das Bemühen des Gesetzgebers, die Pflegeausbildung zu reformieren, an heutige Standards und EU-Vorgaben anzupassen und dafür zu sorgen, dass es auch in Zukunft genügend Pflegepersonal geben wird, erkennen wir ausdrücklich an. Wir gehen davon aus, dass auch der Gesetzgeber als Ziel eine Pflege von Kindern auf höchstmöglichen Qualitätsniveau anstrebt. Unter keinen Umständen darf die beabsichtigte Reform dazu führen, dass sich das Qualitätsniveau im Bereich der Kinderkrankenpflege verschlechtert.

KinderkrankenpflegerInnen durchlaufen heute eine dreijährige Ausbildung. Der theoretische Unterricht vermittelt Kenntnisse über die gesunde Entwicklung des kindlichen Körpers während der verschiedenen Altersabschnitte aber auch über die Entwicklungsbeeinträchtigungen durch akute, chronische oder auch lebenslimitierende Krankheiten. Der Unterricht vermittelt das Know-how, wie trotz der verschiedenen Erkrankungen eine altersgerechte Entwicklung gefördert werden kann.

Die praktische Ausbildung schließlich qualifiziert im Klinikalltag für die verschiedenen Aufgaben der Pflege von kranken Kindern. Dabei reicht das Patientenspektrum vom weniger als 500 g Frühgeborenen auf der Intensivstation bis zum pubertierenden Jugendlichen. Die Einsatzbereiche umfassen die Gesundheitsförderung und Prävention, die klassische Krankenpflege und Rehabilitation sowie die palliative Versorgung.

KinderkrankenpflegerInnen heute sind anschließend in der Lage ein breites Spektrum an Aufgaben zu übernehmen: Sie haben einen geschulten Blick für die speziellen Bedürfnisse von kranken Kindern und deren besonderen Erfordernissen, die sich aus den verschiedenen Entwicklungsstufen ergeben. Sie sind in der Lage angemessen, professionell und warmherzig zu reagieren. Sie begleiten auch die Patienten-Eltern mit ihren Nöten und Ängsten, kommunizieren sachorientiert mit ihnen und leiten sie in der Pflege ihrer Kinder jeder Altersstufe an. 

Kinder-Pflegefachkräfte müssen auch in Zukunft während ihrer Ausbildung so vorbereitet werden, dass sie diese Aufgaben nach ihrem Examen selbständig übernehmen können. Damit dies gewährleistet bleibt, zielen unsere unten stehenden Änderungsanträge zum Regierungsentwurf für ein Pflegeberufereformgesetz auf folgende 4 Punkte:

▪ Auszubildende mit Vertiefungseinsatz in der Kinderkrankenpflege erhalten in ihrer Berufsbezeichnung den Zusatz „Kinder“.

▪ Kinder und Jugendliche sollen durch qualifiziertes Personal, durch Pflegefachfrauen und –männer mit dem Zusatz „Kinder“, gepflegt werden.

▪ Es wird sichergestellt, dass Auszubildende, die eine Vertiefung in der Kinderkrankenpflege anstreben, ihre Praxis-Einsätze überwiegend in pädiatriespezifischen Einrichtungen absolvieren können.

▪ Die Regelungen zur theoretischen Ausbildung stellen sicher, dass überwiegend pädiatriespezifische Inhalte vermittelt werden.

Aus unserer Sicht würde statt einer komplett generalistischen Pflegeausbildung eine integrativ angelegte, gestufte Ausbildung, wie im Antrag BTD 18/7880 skizziert, der Kinderkrankenpflege eher gerecht werden.

Die Änderungsvorschläge (verfasst von Jochen Scheel / GKinD):

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