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Meldungsarchiv
Generalsekretär der DGKJ
17.02.2012

Dr. med. Karl-Josef Eßer
Die DGKJ wird ab April 2012 durch einen Generalsekretär unterstützt: Dr. med. Karl-Josef Eßer wird diese Funktion übernehmen und damit die politische Vertretung der DGKJ in Berlin gestalten. Herr Dr. Eßer ist bis März dieses Jahres ärztlicher Direktor des St. Marien-Hospital Düren und Chefarzt der dortigen Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Er stellt sich den Fragen von Frau Dr. Lunau, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der DGKJ-Geschäftsstelle.
Was hat Sie an der Funktion des Generalsekretärs der DGKJ gereizt?
Meine bisherige Tätigkeit als Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche am St. Marien-Hospital in Düren, die ich über 30 Jahre ausüben durfte, gab mir die Möglichkeit, mich fachlich, organisatorisch und gesundheitspolitisch für die Interessen unserer Patienten einsetzen zu können. Im regionalen Bereich haben wir versucht, die Strukturen eines Kinderzentrums aufzubauen, dies in enger Zusammenarbeit mit den amtlichen Stellen und den politischen Ämtern.
Gespräche mit den derzeitigen Vorstandsmitgliedern der DGKJ zeigten viele gemeinsame Ideen und Überlegungen für die Zukunft der Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland auf. Die Tätigkeit des Generalsekretärs ermöglicht es, sich für die Projektionen des Vorstandes einzusetzen, gibt aber auch Raum für die Darlegung eigener Ideen.
Sie sind Kinder- und Jugendarzt. Können Sie Ihren pädiatrischen Werdegang kurz skizzieren?
Geboren bin ich im Jahr 1947. Nach dem Abitur in Aachen im Jahr 1966 habe ich zunächst eine Ausbildung zum Sanitätsoffizier durchlaufen, nachfolgend Studium der Medizin an der RWTH Aachen mit Abschluss im Jahr 1974. Promotion über das Thema: Medizinische Arbeit zur Systemanalyse, -entwicklung und -umstellung für den Aufbau eines klinischen Informationssystems. Nachfolgend dann Assistenzarzt in der Kinderklinik des St. Marien-Hospitals Düren sowie der RWTH Aachen.
Seit dem Jahr 1980 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin und Gesellschaft für Humangenetik. Anerkennung als Arzt für Kinderheilkunde im Jahr 1980. 1981 Zusatzbezeichnung „Medizinische Genetik“. Seit 1981 leitender Arzt der Kinderklinik des St. Marien-Hospitals Düren (80 Betten, pro Jahr etwa 3.400 Kinder stationär, Perinatologisches Zentrum Level 1, Schwerpunkte u.a. Endokrinologie und Diabetologie, Genetik, Sozialpädiatrie). Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums bis 2004, nachfolgend ist diese Stelle mit einem eigenen Chefarzt besetzt worden. Seit 1991 Prüfer der Ärztekammer Nordrhein für das Fachgebiet „Kinderheilkunde und Jugendmedizin“, nachfolgend auch für „pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie“.
Seit dem Jahr 1996 zunächst stellvertretender, dann Ärztlicher Direktor am St. Marien-Hospital Düren. Diabetologe DDG 1998. Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ 2001. Zusatzbezeichnung „Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie“ seit dem Jahr 2006.
Voraussetzung für die Tätigkeit, so wurde gesagt, sei neben der pädiatrischen Tätigkeit auch gesundheitspolitische Erfahrung. Könnten Sie diese erläutern?
In der ärztlichen Selbstverwaltung habe ich viele Jahre gesundheitspolitische Erfahrungen sammeln können. Aktuell nehme ich als Delegierter des Marburger Bundes und Mitglied der Vollversammlung der Ärztekammer Nordrhein in der dritten Legislaturperiode verschiedene Funktionen in Kommissionen wahr.
Des Weiteren bin ich Fraktionsvorsitzender in der Delegiertenversammlung der KV Nordrhein, zusätzlich in den Kommissionen Strukturplanung, hausärztliche Versorgung und Ermächtigung. Letztere Tätigkeit werde ich allerdings mit dem Ausscheiden aus meiner Aufgabe als Chefarzt beenden müssen.
Sie waren bei der Mitgliederversammlung der DGKJ in Bielefeld; dort wurden von einigen Mitgliedern Zweifel geäußert angesichts der Konstruktion eines Generalsekretärs, der nicht selbst Vorstandsmitglied der DGKJ ist, aber die gesundheitspolitische Position des Präsidenten unterstützen soll. Wie stehen Sie dazu?
Ich sehe die Funktion des Generalsekretärs als dienende Tätigkeit, die die Initiativen des Vorstandes, insbesondere aber die des Präsidenten der DGKJ unterstützt. Eigene Erfahrungen können sicherlich in den vorbereitenden Gesprächen eingebracht werden, letztlich gilt aber die Aussage des Präsidenten und des Vorstandes, die durch den Generalsekretär erläutert und weitergetragen werden kann. Besonders wichtig erscheint es, in Berlin Kontakte zu Entscheidungsträgern zu intensivieren, und zwar in der Politik als auch in der Selbstverwaltung auf Bundesebene.
Welche Ziele haben Sie sich selbst für Ihre Tätigkeit gestellt? – Was soll sich in drei Jahren Generalsekretär der DGKJ, also 2015, geändert haben?
In einer sehr guten Atmosphäre sind im Vorfeld der Überlegungen zur Anstellung als Generalsekretär Ziele für die Tätigkeit in den nächsten drei Jahren definiert worden. In Absprache mit Präsident und Vorstand halte ich für besonders wichtig:
- Die Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen in den Praxen und Kliniken, dabei Einbeziehung sozialpädiatrischer und präventiver Elemente.
- Verbesserte Finanzierungsstrukturen in der Pädiatrie.
- Beschreibung von Qualität in der Kinderl- und Jugendmedizin.
- Situation der Frauen in der Pädiatrie.
- Zusammenhalt der vielen Gremien und Fachverbände in der Pädiatrie.
- Verstärkter Einfluss der DGKJ in gesundheitspolitischen Gremien und Parteien.
Was machen Sie am liebsten, wenn Sie nicht in der Klinik bzw. demnächst in Berlin für die DGKJ unterwegs sind?
Zunächst freue ich mich sehr, demnächst Großvater zu werden. Ich spiele Golf und reise gerne.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre Tätigkeit!