Meldungsarchiv

Jahresbericht des DRG-Beauftragten der DGKJ

12.12.2012

Der Fallpauschalenkatalog 2013 liegt jetzt vor mit 1187 Fallpauschalen (minus 6 gegenüber Vorjahr), Grundlage waren die Kalkulationsdaten von 241 Krankenhäusern (minus 4 gegenüber Vorjahr) sowie über 500 Vorschläge von Fachgesellschaften oder Einzelpersonen, von denen ca. ein Drittel umgesetzt wurde.

Weiterhin wurde die Schweregrad (CCL)-Matrix deutlich umgebaut und hierzu über 1000 DRGs analysiert, hierbei sind 602 spezifische Neubewertungen vorgenommen und ca. 40.000 Fälle in andere DRGs hierdurch verschoben worden

Das Zusatzentgelt für Palliativmedizin ist fallzahlmäßig um 16,5% häufiger in Anspruch genommen worden, die Vergütung wurde abgesenkt. Ebenso reduziert wurde die Gesamtvergütung für die schwer pflegebedürftigen Fälle (PKMS) in der Pädiatrie, hier wurde ein trennender Split bei 130 Punkten angesetzt, der sehr gut vergütete Fälle (4.832,83 EURO) von weniger vergüteten Fällen (2.537,85 EURO) trennt. Da jedoch von den pädiatrischen PKMS-Patienten 95% unter 130 Punkten liegen, bedeutet das für die Pädiatrie eine definitive Abwertung des Erlöses. Leider wurden die Anträge der Arbeitsgruppe DRG der pädiatrischen Fachverbände bezüglich Aufnahme von spezifischer Atempflege und spezifischer Wund- und Hautpflege in die PKMS-Leistungsliste auch im zweiten Jahr erneut verweigert, eine Begründung hierfür wurde nicht gegeben.

Bei einem Vergleich der Fälle von 2011 mit dem Grouper 2012 und dem jetzt vorliegenden Grouper 2013 fällt auf, dass für die bei GKinD vorliegenden Kalkulationsdaten ein leichter Anstieg des effektiven Relativgewichtes zwischen 0,3 und 2,1% zu beobachten ist, was dieses jedoch im Einzelfall bedeutet, kann noch nicht genau abgeschätzt werden. Die Zahl der Kurzlieger (Unterschreitung der unteren Grenzverweildauer) ist nach dem Grouperwechsel nur minimal gesunken und liegt immer noch bei ca. 25%, der Anteil der Langlieger (Überschreitung der oberen Verweildauer) ist diskret angestiegen.

Als Erfolg zu bezeichnen ist die Einführung eines Prozedurencodes zur umfangreichen Abklärung bei Verdacht auf Kindesmisshandlung, hier ist dann in ca. 2 Jahren hoffentlich ein entsprechendes Zusatzgeld zu erwarten. Dieses setzt aber voraus, dass die Kalkulationshäuser, die nach der Prozedurenrichtlinie (s. OPS 1-945) vorgehen, auch diese Prozedur entsprechend kodieren und die damit verknüpften Kosten fallbezogen vollständig erfassen.

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist das pauschalisierte Entgeltverfahren an den Start gegangen, 30 kinder- und jugendpsychiatrische Abteilungen und Kliniken bzw. teilstationäre Plätze haben zur Kalkulation beigetragen. Hier müssen die ersten Erfahrungen im kommenden Jahr abgewartet werden, bevor eine Bewertung erfolgen kann. Fest steht, dass die Tagesbewertungsrelation am Anfang des stationären Aufenthaltes hoch ist und mit zunehmender Dauer des Aufenthaltes sinkt. Wie sich das auf die stationäre Kinder- und Jugendpsychiatrie auswirkt, bleibt abzuwarten.

Prof. Dr. Frank Riedel, Hamburg

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