Meldungsarchiv

Neu im Vorstand der DGKJ

20.12.2013


Dr. med. Ulrike Gaiser


Im Interview mit der DGKJ-Geschäftsstelle: Dr. Ulrike Gaiser, Assistenzärztin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Tübingen, ab dem 1. Januar 2014 Vertreterin der Assistenz- und Oberärzte im DGKJ-Vorstand.

Frau Gaiser, kaum dass Sie Ihr neues Amt angetreten haben, stecken Sie schon mitten in den vielen Vorbereitungen für eine Veranstaltung. Worum wird es bei dem Termin am 7. Februar in Frankfurt am Main gehen?

Wir möchten mit diesem „DGKJ-Kolloquium für Assistentensprecher“ gerne da weitermachen, wo wir letztes Jahr aufgehört haben: Frau Dr. Müller-Stöver (meine Vorgängerin in dieser Funktion) hat es sehr gut verstanden, Themen aufzugreifen, die eine große Mehrheit der KollegInnen für wichtig halten. Dazu gehört zum einen die Weiterbildung: Wir werden über den Stand der neuen Musterweiterbildungsordnung berichten und darüber hinaus einige Modellprojekte vorstellen. Ein zweiter Schwerpunkt werden die Arbeitsbedingungen sein: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist vielleicht wichtiger denn je und (nicht nur!) unter den Ärztinnen in Weiterbildung ein großes Thema.
Mitmachen ist gefragt - neben Vorträgen von Kollegen, die sich bereits intensiv in dem Bereich engagiert haben, gibt es auch Workshops, wo Erfahrung und die Bedürfnisse der VertreterInnen möglichst vieler Kliniken eingebracht werden sollen. Wir freuen uns also auf rege Teilnahme!

Schon für Ihre Dissertation wählten Sie eine sozialpädiatrische Thematik, derzeit teilen Sie Ihre Arbeitszeit auf zwischen Neuropädiatrie und SPZ. Wo geht´s dem/der jungen Kinder- und Jugendarzt/ärztin besser?

Da sieht man mal, wie schnell die Zeit vergeht! Inzwischen bin ich wieder zu 100% im SPZ. Da ist tatsächlich meine "Heimat". Es ist auf Station natürlich ein anderes Arbeiten als in einer SPZ-Ambulanz, aber ich mag beides! Und ich möchte nicht auf die andere Seite verzichten - ich bin jemand, der es genießt und auch braucht, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Da tun auch die Nacht- und Wochenend-Dienste im Haus das ihre.

Welche Ziele für das noch junge Jahr nehmen Sie mit in Ihre Gremienarbeit für die DGKJ?

Ich finde es bemerkenswert, dass die Gesellschaft die Perspektive der ÄrztInnen in Weiterbildung, der FachärztInnen und der OberärztInnen ernst nimmt und diese eine Vertretung im Vorstand haben. Diese Chance möchte ich nutzen und sehe mich auch als Vertreter dieser drei Gruppen mit all ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Ich möchte in den Austausch mit möglichst vielen Kollegen in ganz Deutschland kommen und deren Anliegen und gute Ideen weitertragen.

Welchen fachlich-inhaltlichen Bedarf sehen Sie in der pädiatrischen Weiterbildung, was vermissen Sie am dringlichsten?

An der Novellierung der Musterweiterbildung arbeiten derzeit eine Menge Leute, die Inhalte werden in diesem Rahmen ja grundlegend überarbeitet und aktualisiert. Ich sehe vor allem die Notwendigkeit, der Weiterbildung auf beiden Seiten - Lehren und Lernen - den Platz einzuräumen, die sie benötigt. Das ist in Zeiten des zunehmenden Zeitdruckes nicht einfach. Häufig gibt es tolle Lehrer, die aber keine Zeit haben, ihr Wissen weiterzugeben. Da nützt der beste Inhalt nichts.
Zwei Dinge finde ich besonders wichtig: Kliniker und Niedergelassene müssen Hand in Hand arbeiten und möglichst viel Verständnis füreinander haben. Das geht nur, wenn man beide Seiten kennt. Und: Uns stehen ganz andere Lehr- und Lernmethoden als noch vor einigen Jahren zur Verfügung. Das bietet neue Möglichkeiten, die wir sinnvoll nutzen müssen.

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