Meldungsarchiv

Neue Regelungen für die "U´s" ab dem 1. September

30.08.2016


Bild: G-BA

Das neue „gelbe Heft“ für die Dokumentation der Früherkennungsuntersuchungen wird ab dem 1. September 2016 in den Umlauf gebracht, teilt der G-BA mit. Ab dann gelten die neuen Regelungen für die U´s und deren Dokumentation, wobei insbesondere auch auf  datenschutzrechtliche Bedenken eingegangen wurde: So enthalten die Hefte eine herausnehmbare Teilnahmekarte, mit denen die Eltern z.B. gegenüber dem Kindergarten den Besuch der Früherkennungsuntersuchungen belegen können, ohne dabei ungewollt Einblick in die ärztlichen Befunde des Kindes zu geben.

Das neue Heft bietet Raum für Notizen, Beobachtungen oder Fragen der Eltern, die beim nächsten Arztbesuch besprochen werden können, und Eltern erhalten mehr und detailliertere Informationen zu den Inhalten der Untersuchungen.

Kinder- und Jugendärzte sollen bei den Früherkennungsuntersuchungen zudem dokumentieren, ob sie Auffälligkeiten im Umgang mit dem Kind oder einen erweiterten Beratungsbedarf der Eltern z.B. zum Stillen, zu Stresssituationen, zur Pflege und Betreuung des Babys oder zu Impfungen sehen. Zudem beinhaltet die Neustrukturierung der Kinder-Richtlinie auch die Erweiterung des Neugeborenen-Screenings auf Mukoviszidose.

Die DGKJ-Jahrestagung vom 14.-17. September 2016 in Hamburg bietet aktuelle Workshops an, die die praktische Durchführung der U1 bis U9 gemäß der neuen Regelung vermitteln.

Insgesamt begrüßt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) zwar die Neustrukturierung der Früherkennungsuntersuchungen, bedauert aber, dass die Chance, die „U“s insgesamt zu echten Präventionsinstrumenten umzugestalten, nicht überzeugend umgesetzt wurde. So wird dem immens wachsenden Komplex der psychosozialen Entwicklung noch nicht genügend Rechnung getragen; hier wäre der Einsatz von Fragebögen, z.B. zur standardisierten Abfrage der Belastungsfaktoren, notwendig.

Geburtskliniken, Kinderarztpraxen und Hebammen müssen sich aktiv um den Bezug der neuen Hefte bemühen. Für Neugeborene dürfen die bisher geltenden Hefte nicht mehr ausgegeben werden. Kinder erhalten bis zur U6 zusätzlich ein neues „Gelbes Heft“, Befunde aus dem bisher verwendeten Kinderuntersuchungsheft sind nicht zu übertragen. Ab der U7 wird die Ärztin oder der Arzt die Ergebnisse auf Einlegeblättern dokumentieren, die in das vorhandene Heft eingeklebt werden. Die Teilnahmekarten und die Einlegeblätter für die neuen U7 bis U9 sind zeitgleich mit den neuen Heften erhältlich.

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