Meldungsarchiv

Renommierte Forschungspreise für Kinder- und Jugendärzte

11.01.2013


Prof. Dr. Koletzko

European Research Council: Advanced Grant für Berthold Koletzko

Prof. Dr. Berthold Koletzko, Dr. von Haunersches Kinderspital der LMU und Vorsitzender der DGKJ-Ernährungskommission, erhält 2013 den Advanced Investigator Grant des European Research Council.

Der Europäische Wissenschaftsrat würdigt mit dieser bis zu 2,5 Millionen Euro dotierten Ehrung Wissenschaftler, deren hochinnovative Forschung erheblich über den bisherigen Forschungsstand hinausgeht und neue Forschungsgebiete erschließt.

Prof. Dr. Koletzkos Projekt zur Auswirkung frühkindlicher Ernährung auf die Gesundheit untersucht, „wie Ernährungs- und Stoffwechselfaktoren in Schwangerschaft und früher Kindheit durch sogenannte epigenetische Modifikationen die Funktion mancher Gene lebenslang ein- oder ausschalten können“. Die Modifikation erfolgt durch die Anlagerung von Methylgruppen an regulierende Abschnitte des Erbmoleküls DNA - dies kann die Aktivierung des entsprechenden Gens verhindern. In sensiblen Phasen der frühen kindlichen Entwicklung können Umwelt und Ernährung diese epigenetische Modifikation beeinflussen und so Organfunktionen und Krankheitsanfälligkeit lebenslang verändern.

„Wir wollen mithilfe unserer Ergebnisse Schlüsselfragen der Regulierung des kindlichen Wachstums klären und zu besseren Ernährungsempfehlungen beitragen - mit möglichst großem Nutzen für die Gesundheitsförderung“, erläutert Prof. Koletzko.

[Quelle: Monika Gödde/LMU]

Leibniz-Preis für Erika von Mutius

Prof. Dr. Dr. h.c. Erika von Mutius wird mit dem wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland, dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ausgezeichnet.

Die Jury begründet ihre Entscheidung mit Mutius´ groß angelegten epidemiologische Studien, die „klare Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren und Krankheitsentstehung gezeigt haben“. Insbesondere die Untersuchungen zum allergischen Asthma bei Kindern wurden gewürdigt, mittels derer Prof. Dr. von Mutius nachweisen konnte, dass das Aufwachsen in ländlicher Umgebung und mit Kontakt zu Tieren eine verringerte allergische Disposition mit sich bringt. Die „Pränatale Prägung in Kuhstall und Großstadt“ erläuterte Frau von Mutius bereits mehrfach auch auf den Jahrestagungen der DGKJ, zuletzt im Sommer 2012 in Hamburg.

Seit 2004 ist Erika von Mutius Professorin für Pädiatrie an der LMU und im Dr. von Haunerschen Kinderspital auf dem Gebiet der pädiatrischen Pneumologie und Allergologie tätig. Ihre Arbeiten fanden durchweg hohe internationale Beachtung und wurden vielfach ausgezeichnet.  Die insgesamt zehn Leibniz-Preise des Jahres 2013, jeweils mit 2,5 Millionen Euro dotiert, werden  am 19. März in Berlin verliehen.

 

Die DGKJ gratuliert Frau Prof. von Mutius und Herrn Prof. Koletzko ganz herzlich zu den Ehrungen und wünscht für die zukünftige Arbeit weiterhin viel Erfolg.

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