Meldungsarchiv

Strengere EU-Auflagen für Säuglingsnahrung

12.06.2013

Das EU-Parlament hat einen Gesetzentwurf zur Lebensmittelsicherheit beschlossen, in dem auch die Kennzeichnung, Aufmachung und Werbung für Säuglingsnahrung und Folgenahrung stärker reguliert wird. Werbung für solche Produkte dürfte demnach weder Kinderbilder aufweisen noch andere Bilder oder einen Wortlaut, der den Gebrauch dieser Nahrung idealisieren könnte", um "nicht vom Stillen abzuhalten", so der Text der neuen Vorschriften.

Bei Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung sollten alle Angaben in Wort und Bild eine eindeutige Unterscheidung zwischen den verschiedenen Anfangsnahrungen ermöglichen. Das Parlament forderte zudem die Europäische Kommission auf, sog. Kinder-Milchen oder Wachstumsmilchen – speziell für Kleinkinder angepriesene Milchgetränke auf Basis von Kuhmilch, Ziegenmilch, Soja oder Reis - auf ihren tatsächlichen ernährungsphysiologischen Nutzen zu prüfen.

Die Ernährungskommission der DGKJ unter der Leitung von Prof. Dr. Berthold Koletzko begrüßt diese Schritte, setzt sie sich doch seit Jahren vehement für eine stärkere Überprüfung und Einschränkung unakzeptabler Werbemaßnahmen für Säuglingsnahrungen ein. Die Kommission bittet die Bundesregierung und die Bundesländer, bei der Umsetzung der EU-Gesetzgebung in nationales Recht und bei der Überwachung dafür Sorge zu tragen, dass in Zukunft auch in Deutschland jegliche mit dem Stillen oder mit der Muttermilch vergleichende Werbung ausgeschlossen wird.

Die gesamte EU-Verordnung über Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder können Sie (in einer vom EU-Rat kommentierten Fassung) hier nachlesen.

zurück zur Liste