Antworten der CDU auf die Wahlprüfsteine der DGKJ

Sicherstellung der universitären Kinder- und Jugendmedizin

Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um die universitäre Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland nicht nur auf ihrem hohen Niveau zu erhalten, sondern auch in Zukunft international wettbewerbsfähig weiter zu entwickeln?

Im Mittelpunkt unserer Gesundheitspolitik stehen die Patienten und Versicherten. Die CDU will, dass auch in Zukunft jeder in Deutschland – unabhängig von Einkommen, Alter, sozialer Herkunft oder gesundheitlichem Risiko – eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe medizinische Versorgung erhält und alle am medizinischen Fortschritt teilhaben können. Dies gilt insbesondere auch für die Kinder.
Wir werden die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kassen und Leistungserbringer mehr Möglichkeiten für passgenaue und einzelvertragliche Regelungen erhalten. So können auf die jeweiligen Versorgungserfordernisse in den Regionen individuell zugeschnittene Versorgungskonzepte entstehen, die den regionalen Besonderheiten ebenso Rechnung tragen wie den aus unterschiedlichen Versichertenstrukturen der Kassen erwachsenden differenzierten Anforderungen an die Vertragsgestaltung. Zur stärkeren Vernetzung der verschiedenen Fachdisziplinen und Sektoren wollen wir die integrierte Versorgung weiterentwickeln. Um Synergieeffekte zu erschließen, werden wir durch bessere Versorgungsmodelle die Sektorengrenzen durchlässiger machen. Dies kommt auch der besseren medizinischen Versorgung der Kinder zugute.
Um die fachärztliche Behandlung von Kindern sicherzustellen haben wir durchsetzen können, dass auch Spezialambulanzen an Kinderkliniken künftig die ambulante Versorgung sicherstellen können.

Welche Lösungsansätze verfolgen Sie, um die durch DRGs nur unzureichend refinanzierten Kosten innovativer Hochleistungsmedizin in der Krankenversorgung sicherzustellen und damit Fortschritt in der medizinischen Versorgung zu erhalten?

Die Kliniken sind der Sektor, der maßgeblich Innovationen in das Gesundheitssystem einführt. Vor diesem Hintergrund gilt hier der Verbotsvorbehalt im Gegensatz zum ambulanten Sektor, für den der Erlaubnisvorbehalt maßgebend ist. Um Innovationen schneller einführen zu können, haben wir im Rahmen der letzten Reform durchsetzen können, dass jetzt auch unterjährig Vergütungsverhandlungen zu neuen Untersuchungs- und Behandlungsverfahren durchgeführt werden können. Dieses sehen wir als einen notwendigen und maßgeblichen Schritt an.
 

Thema Generationenübergreifende Prävention

Die Entwicklung und Einführung einer wissenschaftlich begründeten Primärprävention setzt die Finanzierung von Forschung, wie auch Investitionen in Gesundheitsaufklärung und -bildung voraus. Welche Maßnahmen und Mittel werden Sie einsetzen, um Primärprävention im Kindes- und Jugendalter konsequent und nachhaltig zu fördern?

Die CDU bekennt sich nachdrücklich zu einer Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung im deutschen Gesundheitswesen. Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, denn deren Ausbau verbessert nicht nur Gesundheit, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Menschen, sondern kann auch die künftigen finanziellen Belastungen unserer Sozialsysteme mindern. Deshalb wollen wir die Prävention aufwerten, ohne dabei eine neue Bürokratie zu schaffen. Prävention braucht keine zentralistische Steuerung sondern klare Regelungen der Zuständigkeiten und Finanzierung nach subsidiären Prinzipien. Vor allem auf kommunaler und regionaler Ebene wollen wir die Kooperation zwischen den gesellschaftlichen Akteuren verstärken, gemeinsame Ziele definieren, vorhandene Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit und Effizienz hin prüfen sowie vorhandene Strukturen nutzen. Ein wichtiger Schritt zur Stärkung von Eigenverantwortung, Prävention und Gesundheitsförderung ist die Weiterentwicklung von Bonus-Modellen, Wahl- und Selbstbehalttarifen.

 
Thema Arzneimittelsicherheit bei Kindern

Welche Priorität räumen Sie der Arzneimittelsicherheit bei Kindern und Jugendlichen ein? Welche Mittel werden Sie hierfür bereitstellen und welche Programme haben sie für eine bessere und sichere medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland vorgesehen?

Wir begrüßen die neue EU-Verordnung zu kindergerechten Arzneimitteln außerordentlich. Damit wird sichergestellt, dass neue Medikamente für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen auch voll und ganz den spezifischen Bedürfnissen angepasst werden. Die Verordnung soll die Herstellung von Kinderarzneimitteln fördern, in dem sie die Entwicklung und die Zulassung dieser Arzneimittel verstärkt. Hierzu wird innerhalb der EMEA (Europäische Arzneimittelagentur) ein Pädiatrieausschuss eingerichtet. Diese Entwicklung sehen wir als großen Fortschritt im Zusammenhang mit der Arzneimittelsicherheit bei Kindern und werden das Verfahren unterstützen.

Thema Gesundheitserziehung

Welche Konzepte und Möglichkeiten sehen Sie, um eine stärkere Durchdringung der allgemeinen Ausbildungssysteme (KiTa, Schule) mit Fragestellungen der Gesundheitserziehung zu erreichen?

Bildung ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes, solidarisches und verantwortungsbewusstes Leben. Bildung ist die beste Vorsorge für die Zukunft. Das gilt für jede und jeden Einzelnen wie auch für unsere Gesellschaft insgesamt. Wir wollen bis 2015 gesamtstaatlich zehn Prozent des Bruttoinlandprodukts in Bildung und Forschung investieren. Jede Familie muss sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder in den Kinderbetreuungseinrichtungen und in der Schule bestmöglich gefördert werden. Hierzu gehört auch die möglichst frühzeitige und altersgerechte Gesundheitserziehung als Teil der Bildung.