Jüdische Kinderärzte 1933 -1945

Mit dem Schicksal jüdischer Kinderärzte und der Rolle der Pädiatrie im Nationalsozialismus befasst sich die Fachpublikation: 

Eduard Seidler: Jüdische Kinderärzte 1933-1945. Entrechtet - geflohen - ermordet. 

Aus dem Vorwort: "Die erste Auflage dieser Dokumentation (2000, Bouvier Bonn) fand ein breites Echo. Bis heute treffen aus aller Welt Ergänzungen, Korrekturen und klärende Hinweise auf jene betroffenen Kolleginnen und Kollegen ein, deren Schicksale bisher unvollständig oder unbekannt geblieben waren. Die Angehörigen der zweiten, auch schon der dritten Generation geben dabei deutlich zu erkennen, wie sehr ihre Familien von den damaligen Geschehnissen bestimmt geblieben sind. In die jetzige Auflage konnten auch durch neue Forschungsergebnisse über 120 Ergänzungen eingearbeitet werden; sie reichen von einfachen Korrekturen bis zu kompletten Neueinträgen. Nach wie vor stehen wir vor der schwer fassbaren Tatsache, dass die deutsche Kinderheilkunde während des NS-Regimes über die Hälfte ihrer Kolleginnen und Kollegen durch Emigration oder Deportation verlor. Besonders tragisch ist die Erkenntnis, dass sich die Zahl der ermordeten Kinderärztinnen und Kinderärzte auf 75 erhöht hat.Der S. Karger-Verlag Basel/Freiburg hat die Neuauflage der Dokumentation übernommen. Er ist dem Projekt historisch verbunden, da er 1938, nach seiner Emigration von Berlin nach Basel, mit emigrierten jüdischen Pädiatern die Zeitschrift „Annales Pediatrici“ begründet hat."

Die DGKJ begleitet und fördert das Unternehmen von Anfang an; nicht zuletzt ihrem Auftrag ist es zu verdanken, daß die Israel Medical Association und die Israel Society of Pediatrics von einem „cornerstone in the study of the medical history of the Holocaust“ gesprochen haben."


Eduard Seidler: Jüdische Kinderärzte 1933-1945
Entrechtet-Geflohen-Ermordet
Erweiterte Neuauflage 2007.
X+548 S.; 84 Abb.
S.Karger-Verlag Basel/Freiburg
ISBN: 3-8055-8284-6, Preis: 59,50 €