Personalia

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Nachruf auf Frau PD Wilma Mannhardt-Laakmann

20.03.2016


Frau PD Dr. Wilma Mannhardt-Laakmann (Bild: privat)

Viel zu früh verstarb Frau PD Dr. Wilma Mannhardt-Laakmann am 15. Dezember 2015 nach langer und schwerer Krankheit. Am 20. März 2016 wäre sie 60 Jahre alt geworden.

Wilma Mannhardt-Laakmann war mit Leib und Seele Kinderärztin und Wissenschaftlerin. Ihr Toderfüllt uns mit tiefer Trauer und hinterlässt eine schmerzhafte Leere, wir haben einen besonderen Menschen verloren. Unsere Gedankensind bei ihrer Familie. Wilma Mannhardt wurde in Wiesbaden geboren und besuchte dort das Gymnasium am Mosbacher Berg, an dem sie 1975 das Abitur ablegte. Im gleichen Jahr nahm sie das Medizinstudium an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auf, das sie nach einem Studienaufenthalt in Madison/Wisconsin im April 1982 abschloss.

Schon während des Studiums galt ihr Interesse der pädiatrischen Immunologie. Unter Anleitung von Hermann Schulte-Wissermann, der in ihrem Berufsleben Mentor und Ratgeber bleiben sollte, promovierte Wilma Mannhardt im Mai 1983 mit der Schrift "Untersuchungen über den Einfluss von Thymusgewebe und Makrophagen auf das B-Zell-System der Nude-Maus". In den folgenden Jahren vertiefte sie ihre wissenschaftlichen Interessen als Immunologin im Sonderforschungsbereich "Vollzugsmechanismen der Immunantwort". Stimuliert durch die Arbeiten von Hermann Schulte-Wissermann erforschte sie die Grundlagen uroepithelialer Abwehrmechanismen - viele Jahre bevor das Konzept der "Defensine" überhaupt in der medizinischen Grundlagenforschung etabliert wurde. Im Winter 1984 begann Wilma unter der Ägide von Jürgen Spranger, für sie zeitlebens Lehrer und väterlicher Freund, die Weiterbildung zur Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin an der Kinderklinik und Poliklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Nach der Facharztanerkennung im November 1989 spezialisierte sie sich auf dem Gebiet der klinischen Immunologie und Rheumatologie, sie übernahm die Leitung der Rheumatologischen Ambulanz und später auch des Immunologischen Labors der Universitäts-Kinderklinik.

In ihrem beruflichen Wirken verband sie die Fähigkeiten einer sensiblen, ihren Patienten immer aufs Höchste zugewandten Kinderärztin mit der nicht stillbaren Neugier einer klinischen Wissenschaftlerin. Am 11.11.1999 habilitierte sich Wilma Mannhardt mit der Arbeit "Unspezifische antibakterielle Resistenzmechanismen der Mukosa: Untersuchungen zur epithelialen Abwehrfunktion im Harntrakt bei gesunden und bei Kindern mit idiopathischen rezidivierenden Harnwegsinfektionen" und erhielt die venia legendi für das Fach Pädiatrie.

Im Jahr 2005 übernahm sie die Position als stellvertretende Direktorin des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz, eine Aufgabe der sie sich bis wenige Wochen vor ihrem Tod mit höchster Verantwortung widmete.

Das Wirken und Schaffen von Wilma Mannhardt war weit über ihre Heimatuniversität Mainz für die deutsche Kinder- und Jugendmedizin von Bedeutung. So war sie Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Immunologie, für die sie über mehr als 20 Jahre als Schatzmeisterin im Vorstand engagiert war. Gleichermaßen war sie in der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Rheumatologie aktiv.

In einer Zeit, in der es gerade für Ärztinnen im universitären Umfeld nicht selbstverständlich war, gelang es Wilma Mannhardt, Beruf, akademische Karriere und Familie zu verbinden. So war sie neben einer passionierten Ärztin und Hochschullehrerin vor allem auch Mutter ihrer drei Kinder - Paul, Jan und Marie - und Ehefrau von Dr. Otto Laakmann. Familie war ihr wichtig, und damit war sie Vorbild für neue Generationen junger Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen. Ihre Fähigkeit zuzuhören, ihre Einfühlungsgabe und ihr Vermögen, auch in schwierigen Situationen Ausgleich zu gestalten, waren Grundlage für das Vertrauen, das Kollegen/-innen wie Patienten in sie setzten.

Für uns war Wilma Mannhardt-Laakmann Kollegin, Freundin, Weggefährtin, Vertraute, Gewissen, Ratgeberin, Lehrerin, Vorbild, Inspiration, Rückgrat, Halt, Hoffnung, Trost und Zuversicht, eine außergewöhnliche Kinderärztin und Wissenschaftlerin, die den Menschen ins Herz geschaut hat.

Prof. Dr. Fred Zepp, Mainz

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