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Univ.-Prof. Dr. Udo Wendel zum 70. Geburtstag

21.01.2013


Foto:ein/Harburger Nachrichten

Udo Wendel wurde am 22.01.1943 in Hamburg geboren, wo er seine Kindheit und Jugendzeit verlebte und 1962 das Abitur ablegte. Im gleichen Jahr begann er zunächst in Tübingen mit dem Studium der Chemie, wechselte aber bald in die Humanmedizin. Neben Tübingen studierte er in München und Kiel und legte 1968 an der Medizinischen Akademie in Lübeck (der 2. Medizinischen Fakultät der Universität Kiel) das Staatsexamen ab. 1969 erlangte Udo Wendel die Doktorwürde im Pharmakologischen Institut der Medizinischen Akademie Lübeck.

In den Jahren 1970 -1972 war Udo Wendel Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen, in den Jahren 1972 -73 Wissenschaftlicher Assistent im Institut für Humangenetik der Universität Hamburg.

Im Jahr 1973 entschied sich Udo Wendel für die Pädiatrie und begann seine Facharztausbildung in der Universitäts-Kinderklinik Düsseldorf, wo er 1977 die Facharztprüfung ablegte. Durch seine umfangreichen Vorkenntnisse in der Biochemie und Genetik faszinierten ihn schnell angeborene Enzymdefekte in biochemischen Stoffwechselwegen und er spezialisierte sich in pädiatrischer Stoffwechselmedizin.

Udo Wendel habilitierte im Jahr 1981 in Düsseldorf mit dem Thema: „Biochemische Untersuchungen zur Ahorn-Sirup-Krankheit“. 1988 wurde er Hochschuldozent; 1995, nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Universität in Nijmegen, Niederlande, wurde er in Düsseldorf zum Universitätsprofessor auf Lebenszeit ernannt. Er leitete dort den Bereich Pädiatrische Stoffwechselstörungen.

Seit 2007 ist Udo Wendel im Ruhestand, widmet sich der Kunst und unternimmt vielfältige Reisen in alle Welt.

Udo Wendel hat als Arzt und Lehrer die pädiatrische Stoffwechselmedizin in Deutschland wesentlich mitgeprägt. Ihm lag eine exzellente medizinische Behandlung genauso am Herzen wie eine optimale psychosoziale Betreuung der Patienten. Die Auswirkungen dieser chronischen, nicht heilbaren angeborenen Stoffwechselstörungen auf die Entwicklung der Patienten, die übrigen Familienmitglieder und das gesamte Familienleben hat er analysiert und wesentlich in Behandlungsentscheidungen mit einbezogen. Die Optimierung der Lebensqualität war für ihn ein sehr wichtiges Therapieziel. Udo Wendel hat sich auch wissenschaftlich mit dieser Frage beschäftigt und systematische Untersuchungen zur Lebensqualität für verschiedene Stoffwechselstörungen durchgeführt.

Als Voraussetzung für eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient galt Udo Wendel eine verständliche,  umfangreiche Aufklärung der Patienten und Familien - bei ausländischen Patienten in der Muttersprache. Udo Wendel hat hierzu eine Reihe von Elternbroschüren verfasst, die komplizierte medizinische Sachverhalte in sehr verständlicher Sprache darstellen. Er hat eine enge Kooperation mit türkischen Stoffwechselspezialisten in der Türkei gepflegt, gemeinsame Forschungsprojekte initiiert, sowie deutsche Literatur für Eltern und Elternverbände in türkischer Sprache verfügbar gemacht. Ihm lag sehr am Herzen, durch ein besseres Verständnis der kulturellen Hintergründe den jeweiligen Umgang ausländischer Patienten mit der Erkrankung besser zu verstehen. Udo Wendel war Mitglied verschiedener Elternverbände und hat stets engen Kontakt zu Patienten und betroffenen Familien gehalten.

Besonderes wissenschaftliches Interesse galt der Ahorn-Sirup-Krankheit, deren biochemische, klinische, und genetische Charakterisierung er vorantrieb, letztere insbesondere seit Einführung des Neugeborenen-Screenings. Ein weiterer wissenschaftlicher Schwerpunkt, gerade der letzten Jahre seines Wirkens, lag auf pathophysiologischen Untersuchungen zur Galaktosämie, Udo Wendel war wesentlicher Motor für die Errichtung eines Kompetenzzentrums Galaktosämie an der Universitäts-Kinderklinik in Düsseldorf.

Die Transition von jungen Erwachsenen mit angeborenen pädiatrischen Stoffwechselstörungen in die Erwachsenenmedizin und die entsprechende Schulung von Erwachsenenmedizinern war Udo Wendel ein großes Anliegen. In der Universitäts-Kinderklinik in Düsseldorf, deren Stoffwechselschwerpunkt Udo Wendel während seines Wirkens dort festigte und deutlich ausbaute, war es ihm gelungen, durch enge Kollaboration mit der Inneren Medizin eine Stoffwechselsprechstunde in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie mitaufzubauen und eine zunehmende Zahl von erwachsenen Patienten dort langfristig anzubinden. Zum Thema Transition, ein in der Zukunft noch wichtiger werdendes Thema in der Kinder- und Erwachsenenmedizin, verfasst Udo Wendel aktuell auch zusammen mit anderen ein Lehrbuch.

Persönlich war Udo Wendel für mich diejenige Person, die meine Faszination für die Stoffwechselmedizin auslöste und mit dem ich von 1995 bis zu seinem Ausscheiden 2007 in der Universitäts-Kinderklinik in Düsseldorf zusammen arbeitete. Er war mir über 15 Jahre ein Lehrer und der wichtigste Mentor im beruflichen Leben und ist mir ein sehr wertvoller Freund.  

Univ.-Prof. Dr. Ute Spiekerkötter

Direktorin der Klinik für Allgemeine Kinderheilkunde und Jugendmedizin

Albert-Ludwigs Universität Freiburg

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