2015 Eröffnungsrede DGKJ-Präsident Prof. Dr. Mayatepek (Teil 2)

(DGKJ) Eröffnung DGKJ 2015

Die Arzneimittelsicherheit wurde in zahlreichen Treffen mit Ärzten, Pharmakologen, Politikern, mit dem BMG, dem BfArM, dem GBA und Industrievertretern thematisiert. Es gäbe jetzt Grund zur Hoffnung, dass die Thematik stärker befördern werden kann als bisher. Eine Idee von Herrn Spahn, MdB und vormals gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU Fraktion, und Herrn Hennrich MdB, dem zuständigen Abgeordneten in der CDU/CSU-Fraktion, für einen politischen Arbeitskreis Kinderarzneimittel sei jetzt aufgegriffen worden. Dieser würde erstmals noch im September zusammentreffen. Ziel dieses Arbeitskreises sei es mit den unterschiedlichen gesundheitspolitischen Akteuren und Entscheidungsträgern (u.a. BMG, BfArM, BPI, GKV-Spitzenverband zusammen mit Kinder- und Jugendärzten) Lösungswege zu erarbeiten, wie die Arzneimittelsicherheit bei Kindern verbessert werden könne. Als einen weiteren Ansatzpunkt arbeite die DGKJ konkret an der Realisierung bzw. Finanzierung einer Stiftungsprofessur für Pharmakotherapie und Pharmakovigilanz im Kindes- und Jugendalter. Dies sei als ein erster Schritt bzw. als Nukleus für daraus entstehende weitere Entwicklungen wie die Einrichtung eines Instituts für Pharmakotherapie und Pharmakovigilanz im Kindesalter zu verstehen.

Nationale Kohorte

Prof. Mayatepek stellte die Inhalte und Ziele der Nationale Kohorte als die größte Kohortenstudie in Deutschland vor, ein von Bund, den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gesellschaft mit insgesamt 210 Millionen Euro finanziertes Verbundprojekt, welches in den nächsten Jahren deutschlandweit 200.000 Menschen medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Für viele im Laufe eines Lebens auftretende Erkrankungen, insbesondere für eine Reihe frühkindlicher Gesundheitsbeeinträchtigungen, wird angenommen, dass diese z.B. durch die Einwirkungen von Umweltbelastungen in den prä-, peri- und postnatalen Entwicklungsphasen sowie der frühen Kindheit hervorgerufen werden. Demnach sind Kinder als besondere Bevölkerungsgruppe zu betrachten. Es werden in der Nationalen Kohorte allerdings nur Menschen ab dem 20. Lebensjahr untersucht. Eine Untersuchung von Kindern und Jugendlichen ist nicht vorgesehen. Gerade die Lebensumstände im Kinder- und Jugendalter sind aber ein wichtiger Faktor dafür, ob ein Mensch im Laufe seines Lebens erkrankt.

Im geplanten Zeitraum für die Nationale Kohorte geht man geschätzt auch von ca. 17.000 Geburten aus. Bislang sind koordinierte und finanzierte Untersuchungen für eine Geburten- bzw. eine Kinderkohorte nicht vorgesehen. Damit werden laut Prof. Mayatepek große Chancen auf Erkenntnisse zur Verbesserung der Volksgesundheit vertan, was wegen der langen Laufzeit von rund 30 Jahren und der vorgesehenen steuerlichen Fördermittel besonders unverständlich sei. Hierfür sollten die entsprechenden Mittel aufgebracht werden, da diese gut investiert seien.

Gesetz zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung

Im weiteren Verlauf seiner Ansprache ging Prof. Mayatepek auf den aktuellen Stand des Krankenhausstrukturgesetzes ein. Er betonte nochmals, dass Kinder im Krankenhaus neben der fachärztlichen Versorgung durch Kinder- und Jugendärzte bzw. Kinderchirurgen auch speziell auf ihre Bedürfnisse ausgebildete KinderkrankenpflegerInnen sowie weiteres spezielles Fachpersonal gerade im Bereich der Versorgung chronisch kranker Kinder mit langwierigen Krankenhausaufenthalten benötigen. Kinder dürften bei der medizinischen Daseinsvorsorge nicht schlechter gestellt sein als Erwachsene, weder was die Entfernung zur nächsten stationären Abteilung für Kinder noch die Entfernung zur nächsten Kinder-Notaufnahme betrifft .

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