Genetische Beratung nach Gendiagnostikgesetz

Das Gendiagnostikgesetz (GenDG) hat für genetische Untersuchungen mit Aufklärung und Beratung strenge Auflagen vorgesehen, die ab Februar 2012 greifen. 

Hierfür hat die Gendiagnostikkommission (GEKO), die am Robert-Koch-Institut angesiedelt ist, im Juli 2011 die Richtlinie zur genetischen Beratung beschlossen: 

Demnach sind alle Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, ihre Patienten vor einer genetischen Untersuchung aufzuklären und eine schriftliche Einverständniserklärung einzuholen. Nach Vorliegen des Untersuchungsergebnisses nach einer diagnostischen genetischen Untersuchung muss der zuständige Arzt/die zuständige Ärztin eine genetische Beratung anbieten. Das GenDG schreibt hierfür eine zusätzliche Qualifikation für Ärzte vor. Dabei unterscheidet die Gendiagnostikkommission in ihrer Richtlinie zwischen einer sog. fachgebundenen genetischen Beratung im Zusammenhang mit diagnostischen genetischen Untersuchung und der genetischen Beratung im Rahmen von prädiktiven genetischen Untersuchungen. Bei prädiktiven genetischen Untersuchungen muss dem Patienten vor und nach der Untersuchung die genetische Beratung angeboten werden (die vorgeburtlichen genetischen Untersuchungen werden hier nicht thematisiert).

Ab Februar 2012 müssen alle Ärzte, die eine fachgebundene genetische Beratung anbieten, einen Qualifikationsnachweis erbringen; als Übergangsregelung können sie sich in den nächsten fünf Jahren ohne jede Fortbildung einer Wissenskontrolle unterziehen. Informationen zu sog. Refresher-Kursen mit Möglichkeit der Wissenskontrolle erhalten Sie über die jeweiligen Landesärztekammern. Eine Übersicht über die Angebote der Landesärztekammer finden Sie hier.