1. Kolloquium Assistentensprecher/-innen

Bericht der DGKJ-Assistentenvertreterin Dr. Müller Stöver:

Die DGKJ hatte für den 26.10.2012 in die Uniklinik Frankfurt/Main zum 1. Kolloquium der Assistentensprecher/-innen eingeladen. Auf dem Programm standen Themen um die Weiterbildung, aber auch die Arbeitsbedingen in der Pädiatrie sowie die Vernetzung auf Assistentenebene. Das Kolloquium war eine erste Antwort der DGKJ auf die Ergebnisse der Umfrage unter den Teilnehmern des Repetitoriums in Münster 10/2011.

Rund 60 Assistentensprecher/-innen aus pädiatrischen Kliniken sind der Einladung gefolgt. Der Tag war als Diskussionsforum angelegt, im ersten Teil erfolgten Kurzvorträge, nach der Mittagspause wurden die Themenblöcke in Workshops diskutiert und abschließend die Ergebnisse zusammengetragen. Die Kernaussagen sollen im Folgenden zusammengefasst werden, die einzelnen Vorträge sind auf der DGKJ Website einsehbar.

Zu Beginn stellten Dr. Jan Beime (Hamburg) und Dr. Gesa Harring (Hamburg) als Assistent in den ersten Berufsjahren und nach gerade abgeschlossener Facharztausbildung ihre Sicht auf die Weiterbildungssituation in Deutschland und ihre Verbesserungsvorschläge vor. Als niedergelassener Kinder- und Jugendarzt erläuterte Dr. Lutz Müller (Offenbach) die Weiterbildung in der Praxis und wies auf die Finanzierungsproblematik und auf bestehende Pilotprojekte zum Austausch zwischen Kliniken und Weiterbildungspraxen hin. Prof. Hoyer (Essen) als Vorsitzender der Kommission für Weiterbildungs- und Strukturfragen der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) bettete die Weiterbildungsthematik in seinem Vortrag in einen europäischen und globalen (Global Pediatric Education Consortium) Kontext ein. So gibt es auf europäischer Ebene der European Union of Medical Specialists (UEMS) zahlreiche Weiterbildungsinitiativen. Zuletzt erläuterte er das in der genannten Kommission erarbeitete Musterlogbuch der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin in der Prüfversion, das nicht die Logbücher der Landesärztekammern ersetzen, sondern den Assistenten und jungen Fachärzten selbst eine bessere Orientierung bieten soll. Dieses Logbuch soll auf Beschluss unserer Akademie demnächst in 40 ausgewählten Kinderkliniken eingesetzt und geprüft werden.

In der Diskussion und auch im Workshop wurde vor allem deutlich, wie unterschiedlich die Weiterbildungssituation in Deutschland ist. In manchen Kliniken sind mindestens jährliche Personalentwicklungsgespräche, Rotationsplanungen und Feedback zwischen Ausbilder und Weiterzubildendem gut etabliert. Andere Assistentensprecher machten deutlich, dass in ihrem Arbeitsalltag die Qualität der Weiterbildung keinen hohen Stellenwert hat und Personalentwicklungsgespräche, aber auch Inhalte der Weiterbildungsordnung wie z.B. Ausbildung in der Sonographie nicht stattfinden. Einzelne Teilnehmer/-innen unterstützen die Idee für einen unparteiischen Obmann, an den sich Assistentinnen und Assistenten bei Problemen bezüglich der Weiterbildung wenden könnten.

Fortsetzung des Berichts / Referate im Download