Bericht über die Auftaktveranstaltung für unsere Aktion „Rettet die Kinderstation“

Diskussionsrunde

Am 11.04.2014 veranstalteten DGKJ und GKinD in Zusammenarbeit mit weiteren pädiatrischen Verbänden und dem Kindernetzwerk als Vertretung der Elternselbsthilfe die Auftaktveranstaltung  zu unserer Kampagne „Rettet die Kinderstation“.

Zunächst standen vier Referate auf dem Programm: Von Seiten der Pflege (Frau Lorenz, Leverkusen), der Kinder- und Jugendärzte (Prof. Wagner, DGKJ), dem GKV-Spitzenverband (Wolff, Berlin) sowie der Klinikverwaltung mit Lösungsvorschlägen (Scheel, GKinD). Anschließend folgte eine Diskussion, bei der alle vier Bundestagsfraktionen vertreten waren: Lothar Riebsamen MdB (Berichterstatter Krankenhäuser der CDU/CSU-Fraktion), Martina Stamm-Fibich MdB (in der SPD-Fraktion für Kindergesundheit zuständig), Dr. med. Harald Terpe MdB (Obmann Gesundheit von Bündnis 90/Die Grünen), Harald Weinberg MdB (Fraktion Die Linke).

Die Aktion der Pädiatrie, auf die finanzielle Lage der Kinderkliniken hinzuweisen, erfuhr weitgehend breite Zustimmung. Die zentrale Forderung nach einem „Versorgungszuschlag Kindergesundheit“ als Sicherstellungszuschlag für Kinderkliniken wurde unterschiedlich aufgegriffen: die GKV verharrte bei ihrer bekannten Position, dass aus ihrer Sicht Sicherstellungszuschläge nur für ganze Kliniken denkbar seien (weil man einzelne Abteilungen in einem Krankenhaus immer defizitär rechnen könne). Interessant war auch die Ausführung von Herrn Wolff in seinem Referat, dass er in der Aufzählung der Fächer zur Grundversorgung zwar die Innere Medizin und die Geburtshilfe nannte, nicht aber die Kinder- und Jugendmedizin. Dem werden wir nachgehen.

Die Regierungsparteien hielten sich in der Bewertung nach einem „Versorgungszuschlag Kindergesundheit“ für Kinderabteilungen (naturgemäß) etwas zurück: Herr Riebsamen MdB bezog sich auf internationale Studien, wonach die stationäre Versorgung in Deutschland gut sei und dies auch für die Pädiatrie gelte und empfahl, nach Lösungswegen zu suchen, die es schon gibt oder die im Koalitionsvertrag stehen wie den Sicherstellungszuschlag (für wen dieser abrufbar sein sollte, ließ er aber offen). Frau Stamm-Fibich MdB beklagte den finanziellen Druck, unter dem Kinderabteilungen stehen und zeigte sich von den von Prof. Wagner genannten Beispielen unzureichender Finanzierung beeindruckt. Wir hoffen, dass sie innerhalb ihrer Fraktion Gehör findet und für die Interessen kranker Kinder streitet. Dr. Terpe MdB machte auf den Konflikt zwischen Daseinsvorsorge und Wirtschaftsinteressen, der für Krankenhäuser allgemein gelte aufmerksam; bemerkenswert war seine konkrete Aussage, dass es eine untere Grenzverweildauer mit den entsprechenden Abschlägen in der Pädiatrie eigentlich nicht geben sollte. Er wie auch Herr Weinberg positionierten sich gegen eine 100%-ige Finanzierung der Krankenhausleistungen über DRGs.

Die Diskussion war gut und lebhaft – v.a. durch die Positionierung von Herrn Wolff, GKV-Spitzenverband. Sie verdeutlichte aber auch, dass es nicht einfach sein wird, die Regierungskoalition von der Notwendigkeit für Kinderkliniken und –abteilungen eine eigenständige Lösung zu finden, schnell zu überzeugen. Wir sind aber auch explizit aufgerufen (von Herrn Riebsamen MdB), uns einzubringen.

Die Veranstaltung war insofern ein voller Erfolg, als wir in Berlin auf die Nöte kranker Kinder und die Krankenhäuser, in der diese versorgt werden, aufmerksam gemacht haben. Genau diese Aufmerksamkeit brauchen wir, um politisch wirken zu können.  

Weitere Informationen finden Sie auch im Bereich Presse.

Die Referate zum Download