Gespräch mit Parlamentarischer Staatssekretärin Frau Widmann-Mauz, MdB

Eßer, Widmann-Mauz, Wagner

Die DGKJ hatte am 16.01.2013 Gelegenheit, mit der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Frau Widmann-Mauz, MdB, zu sprechen.

Prof. Wagner als Präsident der DGKJ sowie Herr Dr. Eßer als Generalsekretär sprachen mehrere Themen an. Im Mittelpunkt stand die Nationale Präventionsstrategie der Bundesregierung.

Die DGKJ machte deutlich, dass die frühe Kindheit für die Entwicklung einer gesundheitsfördernden Lebensweise von größter Bedeutung ist. Diesen Aspekt haben die Eckpunkte der Bundesregierung für eine nationale Präventionsstrategie richtig aufgegriffen, erkannte die DGKJ an. Bei der gesetzlichen Ausgestaltung plädierte die DGKJ für eine Änderung des § 26 SGB V, der die Früherkennungsuntersuchungen regelt. Diese müssten, so Prof. Wagner, zu echten Präventionsinstrumenten ausgebaut werden, damit Kinder- Jugendärzte die „U“s nicht nur zur Früherkennung von Krankheiten, sondern diese zur Beratung der Eltern nutzen könnten bzw. mehr Zeit hätten, für das Aufwachsen eines Kindes problematische (Familien-) Umstände zu erkennen. Die DGKJ-Vertreter führten darüber hinaus an, dass die „U“-Termine sich über die enge medizinische Prävention hinaus sehr gut zur Betrachtung der psychosozialen Situation des Kindes bzw. der Familie eignen würden. Dieser Vorschlag erfolgte vor dem Hintergrund, dass nahezu alle Kinder einem/-r Kinder- und Jugendarzt/-ärztin vorgestellt werden.

Die Parlamentarische Staatssekretärin machte deutlich, dass GKV-Mittel nur für medizinische Leistungen ausgegeben werden dürfen. Daher werde das Ministerium den Grundsatz, dass die Leistungen des Sozialgesetzbuches V vorrangig dazu dienen, Krankheiten zu erkennen und zu behandeln, nicht aufgeben. Daneben habe aber auch die Prävention einen hohen Stellenwert. Darüber hinaus vertritt das Ministerium die Position, dass Präventionsmaßnahmen zukünftig weit besser evaluiert werden müssten.

Die Diskussion zu einer besseren psychosozialen Prävention im Kindes- und Jugendalter nahm  – ausgehend von der Änderung des Krankheitsspektrums der letzten Jahre – in dem Gespräch einen breiten Raum ein und berührte die organisatorischen und strukturellen Aspekte, die Flächendeckung der pädiatrischen ambulanten Versorgung, die Mitwirkung der Kommunen, aber auch die Veränderung innerhalb der Pädiatrie selbst (Work-Life-Balance der nachwachsenden Ärztegeneration, Frauenanteil etc.).

Zuletzt sprach Dr. Eßer die Zusammensetzung und die Aufgaben der vorgesehenen Ständigen Präventionskonferenz an und merkte an, dass die DGKJ sich hier als wichtigen Akteur sieht.

Die Themen Transition und Arzneimittelsicherheit konnten in dem guten und konstruktiven Austausch nicht mehr vertieft werden, hier wird die DGKJ erneut das Gespräch mit dem BMG suchen.