Informationsbesuch der Staatssekretärin des Bundesgesundheitsministeriums

Prof. Dr. Zepp, Dr. Eßer, Staatssekretärin Flach, Prof. Dr. Wagner, Prof. Dr. Orlikowsky

Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit Ulrike Flach, MdB, besuchte am 14. August auf Einladung des DGKJ-Präsidenten Prof. Dr. Norbert Wagner die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Aachen, um sich über medizinische, klinische und politische Anliegen der Pädiatrie zu informieren.

Der Fokus des Gesprächs, an dem neben Herrn Wagner auch DGKJ-Vizepräsident Prof. Dr. Fred Zepp und DGKJ-Generalsekretär Dr. Karl-Josef Eßer teilnahmen, lag zunächst auf dem Ausbau sinnvoller Präventionsmaßnahmen im Kindes- und Jugendalter. Frau Flach sicherte zu, dass die FDP in der Nationalen Präventionsstrategie der Kindheit eine herausragende Rolle einräumen werde. Die DGKJ-Vertreter machten deutlich, dass es unabhängig von der Zahl der Vorsorgeuntersuchungen darauf ankäme, die Früherkennungsuntersuchungen zu echten Präventionsinstrumenten auszubauen; zusätzlich müsste Prävention in Kindertageseinrichtungen für Klein- und Vorschulkinder wie auch in der Schule zentral verankert werden.

Schon Kleinkinder sollten in kindgerechter Form für gesunde Ernährung und Bewegung begeistert werden, z.B. über die Lebensmittelampel oder ähnliche altersentsprechende Instrumente und Projekte. Ausgehend von der medizinischen Prävention wurde auch die Thematik soziale Prävention von der DGKJ angesprochen, weil die Zunahme der „neuen Morbiditäten“ (z.B. ADHS, Adipositas, Verhaltensstörungen) bessere Konzepte und Versorgungsstrukturen erforderlich macht. Staatssekretärin Flach ist an dieser Thematik sehr interessiert, die DGKJ wird im engen Kontakt mit ihr bleiben.

Anschließend befasste man sich mit der Arzneimittelsicherheit für Kinder und Jugendliche, wo noch immer ein eklatanter Mangel an Kinderarzneimitteln konstatiert werden muss. Die Auswirkungen lernte MdB Flach unmittelbar in der Kinderklinik kennen: Die Betreuung zweier Frühchen, eines Zwillingspaars, das mit einem Geburtsgewicht von 500 Gramm zur Welt kam und noch eine intensive medizinische Begleitung braucht, schließt viele „Off Label“-Präparate ein, die für Kinder weder geprüft noch zugelassen wurden.

Es gibt zu wenig sichere Kinderarzneimittel, und dieser Missstand wird auch nicht durch die schon seit 2007 geltende EU-Verordnung behoben, die die Entwicklung und Marktzulassung in diesem Segment befördern wollte. Die Suche nach einer Problemlösung scheint komplex, wie die Diskussion der Staatssekretärin mit den DGKJ-Vertretern zeigte.

Seitens der DGKJ wurde darauf hingewiesen, dass ein Deutsches Zentrum für Kindergesundheit auch Koordinierungszentren für klinische Studien einbinden könnte, um Forschung und Entwicklung besser zu vernetzen.