11. Herr Minister Gröhe hat aber doch erläutert, die Eckpunkte der Ausbildungs- und Prüfungsordnung würden bis zu 1.400 Stunden Kinderkrankenpflege sicherstellen?

Diese Aussage bezieht sich nur auf die praktische Ausbildung. Hier gibt es die Möglichkeit, bis zu 1.400 Stunden kind-spezifische Ausbildung anzubieten. Allerdings gibt es keine Verpflichtung dazu. Erfahrungen mit der Reform des Jahres 2003 zeigen, dass bereits jetzt in vielen Schulen solche Möglichkeiten nicht adäquat genutzt werden. Unterschiedliche Qualifikationen sind die Folge. 

Nach wie vor bleibt es nämlich im Einflussbereich der Schulleitung sowie der Pflegedienstleitung des Trägers, ob die von Herrn Gröhe aufgezeigte Möglichkeit für die pädiatrische Versorgung den Auszubildenden auch tatsächlich angeboten wird. 

Leider wird dies, wie die Erfahrungen zeigen, häufig nicht geschehen. Oft ist dies der Fall, wenn die Verantwortlichen der Schulleitung oder Pflegedienstleitung einer großen Klinik nicht in der Kinderkrankenpflege sozialisiert sind und die Notwendigkeit aufgrund fehlender eigener Erfahrung und Kompetenz nicht erkennen (können). 

Die Auszubildenden selbst, die sich entsprechende Einsätze wünschen, haben i.d.R. nicht die Möglichkeit, dies durchzusetzen. 

Erhebliche Qualifikationsunterschiede sind die Folge. 

Wenn also diese sehr begrüßenswerte Möglichkeit auch tatsächlich flächendeckend genutzt werden soll, muss im zugrunde liegenden Gesetz eine entsprechende Verpflichtung verankert sein. 

Die theoretische Ausbildung bleibt auch nach Veröffentlichung der Eckpunkte zur Ausbildungs- und Prüfungsordnung eine „black Box“. Die Beschreibung der Inhalte ist so unspezifisch, dass man daraus überhaupt keine Informationen entnehmen kann, wie hoch der Anteil kind-spezifischer Inhalte sein wird.

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