14. Schon bei der Reform 2003 wurden Qualitätsverluste befürchtet und trotzdem gibt es nach wie vor ausreichend Bewerber?

Die aktuelle Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (Reform 2003) schreibt zu viele verschiedene Einsatzbereiche vor. Dazu kommt, dass in manchen Regionen die Bezirksregierungen für die Kinderkrankenpflege innerhalb der integrativen Phase vorgeschrieben haben, sämtliche darin aufgeführten Fachbereiche sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern einzusetzen. 

Das hat dazu geführt, dass viele Kinderkrankenpflegeschulen innerhalb von drei Jahren 15 verschiedene Einsätze planen müssen. Im Vergleich zum vorherigen Gesetz, wonach die Ausbildungseinsätze in einer Station 12-14 Wochen dauerten, sind die Schulen seit 2003 mit Einführung der integrativen Ausbildung aufgrund der vielen Einsatzbereiche zu Einsatzzeiten von maximal 4 Wochen gezwungen. 

Dadurch haben die Auszubildenden oft keine Möglichkeit mehr, berufsgeführte Routinen zu bilden und sehen innerhalb ihres kurzen Einsatzes auch deutlich weniger unterschiedliche Krankheitsbilder bzw. Pflegesituationen. 

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Anzahl der Praxisanleiter im Gesetz nicht näher im Verhältnis zur Zahl der Auszubildenden konkretisiert ist und in vielen Häusern keine Freistellung für Anleitung im Stellenplan Berücksichtigung findet. 

Die Kinderkliniken und Kinderabteilungen haben also auch schon durch die integrierten Ausbildungsformen deutliche Kompetenzverluste bei den frisch Examinierten feststellen müssen, insbesondere, was die Tiefe des Fachwissens angeht – sowohl praktisch als auch theoretisch. 

Dieser Effekt würde durch eine generalistische Ausbildung noch einmal deutlich verstärkt.


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