4. Wird die Pflegequalität durch eine generalistische Ausbildung gesteigert?

Wie eine Entwicklung weg von der Spezialisierung, also eine eindeutige Verschlechterung der Qualität, zur Verbesserung der Pflegequalität führen soll, erschließt sich dem neutralen Betrachter nicht. Diese Aussage entbehrt jedweder Logik. Geht man doch bei allen Maßnahmen zur Qualitätssicherung davon aus, dass bessere Qualität durch stärkere Spezialisierung erreicht werden muss (s. dazu u.a. auch das jüngst verabschiedete Krankenhausstrukturgesetz). 

Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen sind u.a. wegen der immer schneller voranschreitenden Spezialisierung in der Kinder- und Jugendmedizin auf Pflegekräfte angewiesen, die bereits in der Grundausbildung möglichst weitgehend für die hochkomplexe Versorgung von Kindern und Jugendlichen in allen Entwicklungsphasen sowie für die Betreuung der i.d.R. in die Klinik mitaufgenommenen Erziehungsberechtigten vorbereitet werden.  

Schon durch integrative Ausbildungsformen musste in der Vergangenheit eine deutliche Verschlechterung der Qualifikation hingenommen werden. Eine generalistische Ausbildung würde diesen Effekt verstärken und zwangsläufig eine 1- bis 2jährige Nachqualifikation in der Kinderkrankenpflege nach sich ziehen mit entsprechenden zusätzlichen Kosten. 

Negativ-Erfahrungen z.B. aus der Schweiz in Bezug auf die Versorgungsqualität von Kindern und Jugendlichen seit Einführung der Generalistik sprechen eindeutig für eine Aufrechterhaltung der Spezialisierung in der Kinderkrankenpflege.

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