5. Wird der Pflegeberuf durch eine generalistische Ausbildung attraktiver?

Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege, dass durch die Generalisierung der Berufsausbildung die Attraktivität des Pflegeberufes verbessert wird.

Auszubildende in der Kinderkrankenpflege haben primär Interesse am Patient Kind. Nicht ohne Grund sind die Kinderkrankenpflegeschulen derzeit noch in der glücklichen Situation, sich über auffallend viele Bewerber/innen mit einem guten Schulabschluss zu freuen. Das ist so, weil man sich noch gezielt um eine Ausbildung in der Kinderkrankenpflege bewerben kann.

Diese Bewerber/innen haben keinerlei Interesse an Krankenpflege oder Altenpflege. Die Aussicht auf eine generalistische Ausbildung wird viele von einer Bewerbung abhalten. Stattdessen wird man andere Kind-affine Berufsbilder (z.B. pädagogische) wählen.

Dies wird verdeutlicht durch das Zwischenergebnis einer bundesweiten Umfrage (rd. 1.800 Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen bzw. Auszubildenden wurden bis 15.02.2016 ausgewertet).

Auf die Frage, ob sie sich für die Ausbildung beworben hätten, wenn es sich um eine Grundausbildung nach den Plänen im neuen Pflegeberufsgesetz gehandelt hätte, haben 94% mit Nein geantwortet.

Diesen vielen Bewerbern, die ausdrücklich den Berufswunsch Kinderkrankenpflege verfolgen, wird die berufliche Perspektive genommen. Wir würden viele dieser Bewerber verlieren, weil ihr Interesse primär dem Kind gilt und nicht der Kranken- und Altenpflege.

Weiter zur 6. Frage.

Zurück zur FAQ Übersicht.