6. Kann man sich nicht nach einer generalistischen Ausbildung spezialisieren? Herr Minister Gröhe hat doch gerade mitgeteilt, dass er auf eine Schwerpunktbildung setzt.

Der Bundesgesundheitsminister schreibt dazu folgendes ( http://www.bmg.bund.de/themen/pflege/pflegekraefte/faq-pflegeberufsgesetz.html ): 

„Die zukünftigen Pflegefachkräfte werden in der Lage sein, nach ihrer generalistischen Ausbildung in allen Bereichen der Pflege – Akutpflege, Kinderkrankenpflege, stationäre oder ambulante Langzeitpflege – tätig zu werden. Spezialisierung ist nicht Ziel einer Erstausbildung. Dennoch können auch während der Ausbildung im gewählten Vertiefungseinsatz besondere Kenntnisse erworben werden. Die Wahl des Vertiefungseinsatzes ist jedoch keine Bedingung, um damit eine spätere Berufstätigkeit in dem entsprechenden Bereich ergreifen zu können. 

Beruflich erforderliche spezialisierte und vertiefte Kenntnisse können, wie bisher auch, in beruflichen Fort- und Weiterbildungen erworben werden.“ 

Der Minister erwartet also, dass die notwendige Spezialisierung erst nach der Erstausbildung erfolgt. Dass nach dem Examen nach einer generalistischen Ausbildung eine Spezialisierung in der Kinderkrankenpflege erforderlich sein wird, um überhaupt selbständig in einer Kinderklinik/-abteilung arbeiten zu können, bestreitet niemand. Aufgrund der Erfahrungen aus Nachbarländern muss mit mindestens 1 Jahr gerechnet werden. 

Wenn nun öffentlich von einer Schwerpunktbildung gesprochen wird, muss man aufpassen, dass nicht nur das Etikett geändert wird. Eine solche Schwerpunktbildung muss natürlich auch inhaltlich sowohl in der praktischen als auch in der theoretischen Ausbildung ausgestaltet werden. 

Die Finanzierung für eine Spezialisierung nach dem Examen ist bis dato vollkommen ungeklärt. Schlimmer noch: Die Kosten werden im Gesetzentwurf gar nicht erwähnt. 

Für die jährlich die Ausbildung abschließenden rd. 2.100 Auszubildenden in der Kinderkrankenpflege betragen diese Mehrkosten in jedem Jahr ab 2021 bundesweit rd. 115 Mio. EUR. Hinzu kommen die Mehrkosten für die Lehrkräfte (Pflegepädagogen) i.H.v. ca. 7-9 Mio EUR. Die Kosten für die Praxisanleiter sind noch nicht enthalten.

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