9. Gibt es ausreichend Ausbildungsplätze für die vielen Auszubildenden in der Pflege?

Rd. 6.300 Auszubildende in der Kinderkrankenpflege stehen rd. 126.000 Auszubildenden in der Kranken- und Altenpflege gegenüber. Diese 126.000 – man hofft ja, dass es noch viel mehr werden – müssen u.a. sog. „pädiatrische Pflichteinsätze“ durchlaufen. 

Da aber 82% aller Krankenhäuser gar keine Kinderabteilung haben, reichen die Plätze in den Kinderkliniken und Kinderabteilungen bei Weitem nicht aus. 

Alternativ stellt sich die Bundesregierung vor, dass die notwendigen Kenntnisse auch in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe oder in Kinderarztpraxen erworben werden können. 

Ob diese dazu überhaupt in der Lage und bereit sind, ist nicht geklärt. 

Dass Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe beispielsweise geeignet sind zur Erlernung des richtigen Umgangs mit Kindern, mag zutreffen. Bei der Pflegeausbildung geht es aber um die Pflege von Kindern. Einsätze in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe oder in Kinderarztpraxen vermitteln dazu keinerlei Inhalte. Kinderkrankenpflege oder Pflege an Kindern findet in diesen Einrichtungen schlicht nicht statt und kann daher entgegen der Darstellung des Ministers an solchen Ausbildungsorten gerade nicht angeboten werden. Eine „Fülle von Erfahrungen“ mit der Pflege von kranken Kindern können wir dort nun wirklich nicht erkennen. 

Es müssen also erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit solcher Vorgaben bleiben. 

Mit Beibehaltung des Berufsbildes Kinderkrankenpflege wären solche Pflichteinsätze für Auszubildende mit Vertiefungseinsatz in der Kranken- und Altenpflege verzichtbar.

Weiter zur 10. Frage.

Zurück zur FAQ Übersicht.