Gleiche gesundheitliche Chancen für Kinder und Jugendliche in Deutschland

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Erstmals gemeinsames Forderungspapier

Ende Februar 2017 haben der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ), die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) ein gemeinsames politisches Forderungspapier verabschiedet.

Unter dem Titel „Gleiche gesundheitliche Chancen für Kinder und Jugendliche in Deutschland“ identifizieren BVKJ, DAKJ, DGKJ und DGSPJ vorrangige Missstände in der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen und leiten daraus konkrete politische Handlungsvorschläge für die nächste Legislaturperiode ab.

Der gemeinsame Abstimmungsprozess geht auf eine Absprache zwischen den Präsidenten des BVKJ, der DGKJ und der DGSPJ zurück und wurde vom Generalsekretär und dem politischen Referat der DGKJ koordiniert. Die verschiedenen Themenfelder der politischen Aktivitäten der Trägerorganisationen bestimmen die inhaltliche Schwerpunktsetzung des Papiers.

Geleitet vom Motiv, gleiche gesundheitliche Chancen für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland zu verwirklichen, umfasst es insgesamt fünf Themenkomplexe:

  1. Sicherstellung einer qualifizierten und flächendeckenden Versorgung im ambulanten, stationären und öffentlichen Gesundheitswesen,
  2. Stärkung der Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin,
  3. Weiterentwicklung der Vernetzung und Patientenorientierung über Sektoren- und Systemgrenzen hinweg,
  4. Ausbau präventiver Leistungen und Konzentration auf die früheste Lebensphase und sozial benachteiligte Gruppen,
  5. Verbesserung von Kinderschutz sowie Steigerung des rechtlichen und politischen Stellenwertes von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Für jeden dieser Bereiche wurde ein Forderungs-Paket herausgearbeitet mit einzelnen, an die jeweils betroffenen Adressaten gerichteten Maßnahmen.

Mit der Erarbeitung dieses Papiers ist es gelungen, auf Grundlage einer gemeinsamen Analyse der Probleme und möglicher Lösungsansätze auch ein gemeinschaftliches politisches Forderungsprogramm der beteiligten pädiatrischen Gesellschaften und Verbände zu entwickeln, mit dem sie sich eine größere Wirkung ihres politischen Engagements erhoffen. Bereits während des Erarbeitungsprozesses haben Treffen und Gespräche mit politischen Akteuren aus dem Parlament, den relevanten Ministerien und einzelnen Parteien gezeigt, dass es großes Interesse an einem abgestimmten und greifbaren Standpunkt der Kinder- und Jugendmedizin gibt und die Realisierungschancen für diesbezügliche  Anliegen durch ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen in der politischen Kommunikation deutlich höher sind.

Die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Gesellschaften und Verbänden hat sowohl inhaltlich als auch in der terminlichen Abstimmung einen sichtbaren Mehrwert gezeitigt. Darüber hinaus hat sie auch zur Vertrauensbildung beigetragen.  In den kommenden Wochen und Monaten gilt es, dies für die Diskussionen über die Wahlprogramme der einzelnen Parteien sowie das Agenda-Setting im Wahlkampf bestmöglich zu nutzen. Auch hier werden neben den einzelnen persönlichen Zugängen eine abgestimmte Kommunikation der Botschaften und effektive Arbeitsteilung seitens der beteiligten Gesellschaften und Verbänden mit entscheidend sein. Mit der inhaltlichen Substanz ist jedoch bereits ein zentraler Baustein gesetzt.

Dr. Karl-Josef Eßer, Generalsekretär
Sascha Hach, Referat Politische Kommunikation

Download des Papiers