Anregungen für ein Präventionsgesetz (5)

Das Angebot stark zuckerhaltiger Getränke z.B. in Schulmensen sollte verboten werden. Schließlich ist zu untersuchen, ob das Bewegungsangebot in den Kindertagesstätten und Schulen ausreichend ist. Hier gibt es sicherlich noch sehr viel Potential für mehr Bewegungsförderung, wenn die zuständigen Betreuer (Erzieher, Lehrer) hierfür sensibilisiert würden und sich ihrer Verantwortung stellen könnten – auch jenseits zusätzlicher Sportstunden, die sicherlich von Vorteil wären.

Auch hier können Messdaten erhoben werden.

Forschung für die gesundheitliche Prävention

Der Kinder- und Jugend-Gesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts (KiGGS) sollte unbedingt verstetigt werden, um verlässliche Aussagen zur Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland treffen zu können. Ebenso notwendig ist aber mehr Präventionsforschung. Vor allem im Bereich der Primärprävention sehen wir einen besonderen Forschungsbedarf, beginnend mit den pränatalen Störungen des Wachstums und der Entwicklung. Darüber hinaus wären im Rahmen einer Versorgungsforschung und einem interdisziplinären Ansatz die besten Strategien zur Prävention von Adipositas, metabolischem Syndrom, Essstörungen oder Suchtstörungen zu entwickeln.

Wir können in keiner Weise nachvollziehen, dass in dem Konzept für eine Nationale Kohorte das Kindes- und Jugendalter ausgespart wurde, obwohl in diesem Lebensalter (bzw. bereits während der Schwangerschaft) die Basis für die gesundheitliche Entwicklung gelegt wird. – Damit wird eine große Chance in der Präventionsforschung nicht genutzt.

Eine koordinierte Forschung zur Primärprävention aber auch Versorgungsforschung der bereits etablierten Präventionsinstrumente ist notwendig. Daher setzen wir uns für ein Forschungsnetz Kinder- und Jugendmedizin in der Bundesrepublik Deutschland ein.

Fazit

Für die Prävention gesundheitlicher Störungen im Kindesalter und nachfolgend im Erwachsenenbereich gibt es noch viele ungenutzte Chancen. In der Kindheit werden die Weichen gesetzt für eine gute Gesundheit, die physische wie die psychische. Nachhaltige und wirksame Primärprävention erfordert daher ein generationenübergreifendes Präventionskonzept, das bereits pränatal und dann in der Kindheit beginnen sollte.

Ein erster Schritt dazu ist eine Änderung des § 26 SGB V und damit Implementierung der Früherkennungsuntersuchungen zu einem Präventionsinstrument. Notwendig ist ebenso die legislative Verankerung der Schnittstelle von Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe.

 

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