Assistentenumfrage 2011

Auswertung (Aufruf per Klick auf die Grafik)

Wer sich zu einer Mitgliedervollversammlung der DGKJ begibt, dem wird klar, dass die große Mehrheit der Assistenten nicht da ist. Dies mag verschiedenste Gründe haben, möglicherweise ist es auch ein gesellschaftlicher Trend, sich weniger mit Politik zu beschäftigen. Als Vertreterin der Assistenten im Vorstand der DGKJ habe ich mich gefragt, was diese Gruppe beschäftigt, was ihre Ziele und Probleme sind, und wie ich vertreten soll, was ich nur erahnen kann. Aus diesem Dilemma ist die folgende Umfrage entstanden, die schließlich als Pilotprojekt bei einem DGKJ-Repetitorium Pädiatrie durchgeführt wurde. An dieser Stelle sei allen Teilnehmern der Umfrage jetzt nochmals herzlich gedankt.

Es ging darum, die Alltagssituation, aber auch Einschätzung der Weiterbildung und berufliche Ziele zu erfragen. Die unten genannten Ergebnisse sprechen für sich und sind nicht überraschend, aber unerwartet deutlich, besonders bei den Wünschen bezüglich des Arbeitsplatzes. 49,5% der Befragten wollen zukünftig in Teilzeit arbeiten, 52,7% möchten an der Klinik bleiben, nur noch 5,9% streben eine Tätigkeit in Einzelpraxis an. Vorausgesetzt, dass diese kleine Stichprobe repräsentativ ist, muss man erkennen, dass die heutigen Strukturen sich deutlich ändern werden.

Aber auch die Antworten bezüglich der Weiterbildung, der Zufriedenheit am Arbeitsplatz und bei den Fragen nach Unterstützung bei wissenschaftlicher Arbeit spiegeln ein interessantes Bild. Wie schaffen wir Strukturen, in denen wir trotz Verdichtung der Arbeitszeit durch ökonomischen Druck und Teilzeitarbeit eine gute Ausbildung bekommen? Wie unterstützen wir die, die wissenschaftlich arbeiten wollen? Können Frauen mit Familie und Teilzeitwunsch trotzdem leitende Positionen einnehmen? Welche Bereiche gibt es für Fachärzte, die weiter an Kliniken arbeiten wollen?

Als erste Reaktion hat die DGKJ zu einem Assistentensprecherkolloquium am 26.10.2012 nach Frankfurt/M. eingeladen, den Bericht hierzu finden Sie hier. Neben den Diskussionsthemen ging es auch um eine bessere Vernetzung innerhalb der Assistenten, damit wir unsere Probleme und Ziele  besser formulieren und durch mehr Kommunikation auch voneinander profitieren zu können. Schließlich muss die Zukunft der Pädiatrie durch uns gestaltet werden.

Dr. Sarah Müller-Stöver
Vertreterin der Assistenz- und Oberärzte im Vorstand der DGKJ