Jahresbericht 2014 der interdiziplinären AG Transition

Die Arbeitsgruppe Transition wurde 2012 begründet und setzt sich aus Mitgliedern mehrerer Fachgesellschaften zusammen: Für die DGKJ sind Profs. Hansen, Hauffa, PD Dr. Rodeck aktiv und für die Dt. Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Profs. Siegmund, Reincke, abgelöst 2014 durch Prof. Führer und Prof. Keilholz, letzterer auch seit 2014. Seit 2013 ist die Deutsche Gesellschaft für Neurologie durch Dr. Bösebeck vertreten. Herr PD Dr. von Moers vertritt die Neuropädiatrie. 

Die AG hat aus den bestehenden Transitionsprogrammen das Berliner TransitionsProgramm BTP als dasjenige eruiert, das sie bundesweit umgesetzt sehen möchte, da es einen indikationsübergreifenden Ansatz bietet und beide Seiten, die Pädiatrie und die Erwachsenenmedizin, in gleicher Weise notwendig und angemessen einbezieht. Die Thematik wurde umfassend in einer Arbeit in der Monatsschrift Kinderheilkunde 2014;162:711-718 adressiert.

Die AG Transition arbeitet eng mit der Deutschen Gesellschaft für Transitionsmedizin zusammen.

Finanziert wurde das Berliner TransitionsProgramm bisher über Einzelverträge mit den Krankenkassen sowie v.a. über die Robert-Bosch-Stiftung. Das Berliner TransitionsProgramm bemüht sich um eine weitere Förderperiode der Robert-Bosch-Stiftung. Die Voraussetzungen für eine bundesweit flächendeckende Ausweitung des Programms müssen geschafft werden. Eine standortübergreifende Struktur des Projektträgers ist dabei Vorbedingung. Daher wurde Ende November 2014 der Verein „Berliner TransitionsProgramm e.V.“ gegründet; als Gründungsmitglieder fungieren hier Mitglieder der AG Transition, der DG für Transitionsmedizin, Vertreter des Berliner TransitionsProgramms, des Bunten Kreises sowie des IGES-Instituts in Berlin.

Auf gesundheitspolitischer Ebene bemüht sich die AG Transition um eine Verankerung der Transition im SGB V. Den Vorschlag für eine Erweiterung des § 43 SGB und Verankerung der Transition in einem § 43c hat das BMG bisher nicht aufgegriffen. Der AG geht es bei der gesetzlichen Verankerung der Transition nicht nur um die Finanzierung eines Teils der Transition, sondern um den gesamten Transitionsprozess. Eine Fokussierung allein auf den Transfer, also der Abgabe aus der Pädiatrie, ist nicht hinreichend. Eine Transition beinhaltet nach Auffassung der AG Transition auch das sichere Ankommen des Patienten in der Erwachsenenmedizin im Rahmen eines durch Fallmanager begleiteten Prozesses.

Die Etablierung dieser Strukturen in mittelfristiger Perspektive könnte durch den Bunten Kreis e.V. erfolgen, der sich als überregionaler Verein im Bereich der Frühgeborenennachsorge einen Namen geschaffen hat. Einzelheiten werden z.Zt. in Verhandlungen des BTP und des Bunten Kreises verhandelt.

Darüber hinaus ist die AG mit der Techniker Krankenkasse im Gespräch bzgl. einer Mitgliederumfrage zum Transitions- und Schulungsbedarf (bezogen auf Patienten mit Typ1 Diabetes mellitus). Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit Vertretern eines BMBF-Forschungsprojekts in Lübeck/Greifswald. Dabei werden alle Rechte der BMBF-Projektbeteiligten an den von Ihnen geschaffenen Instrumenten berücksichtigt. Ziele der AG bei dieser Umfrage sind: 1) den Transitionsbedarf Jugendlicher mit T1 DM zu ermitteln 2) im Rahmen des Projekts durch direkte Zusammenarbeit mit einer großen GKV dort das Interesse für die Transition und ihre Finanzierung zu wecken.

PD Dr. Burkhard Rodeck,Osnabrück