Jahresbericht 2015 der Arzneimittelkommission

Der Kommission gehören nach Neuberufung durch den DGKJ-Vorstand im April 2015 für die nächsten drei Jahre an: Prof. Dr. Fred Zepp (Vorsitzender), Prof. Dr. Reinhard Berner, Prof. Dr. Joachim Boos, Prof. Dr. Bernhard Erdlenbruch, Dr. Jost Kaufman, Dr. Birka Lehmann, Dr. Dirk Mentzer, Dr. Dr. Helmut Pabel, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Rascher, Prof. Dr. Matthias Schwab, und Prof. Dr. Artur-Aron Weber.

Die Kommission hat im Berichtszeitraum folgende Themen bearbeitet: Ausgehend von der Tatsache, dass in der Pädiatrie die Möglichkeiten zur Forschung auf dem Gebiet der Arzneimitteltherapie und -sicherheit unverändert unzureichend sind, sowohl im Hinblick auf die Nachwuchsrekrutierung als auch bezüglich der dafür vorhandenen Infrastruktur, wurden Überlegungen zur Einrichtung einer Stiftungsprofessur speziell in dieser thematischen Ausrichtung diskutiert und ein Konzeptentwurf zur Ausgestaltung erarbeitet.

Die Thematik Arzneimittelsicherheit im Kindes- und Jugendalter stand auch im Mittelpunkt eines Workshops, der vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und dem Bundesministerium für Gesundheit veranstaltet wurde. Hier hielt Prof. Zepp einen Vortrag: „More Medicines for Minors – Arzneimittelzulassungen für Kinder und Jugendliche verbessern“ (http://www.dgkj.de/fileadmin/user_upload/150608_BfArmBonn_Zepp_.pdf).

Am 21.9.2015 fand ein Gespräch mit Vertretern aus der Politik, von Krankenkassen und der Pharmaindustrie statt, um zu erörtern, wie sich die Arzneimittelsicherheit für Kinder und Jugendliche verbessern lässt. Der KASK-Vorsitzende, Prof. Zepp, sieht hier neben der Stiftungsprofessur für Arzneimittelsicherheit im Kindes- und Jugendalter vor allem die Stärkung des Problembewusstseins für dieses Thema sowie praxisorientierte Forschungsinitiativen, Förderung von Versorgungsforschung für das Kindes- und Jugendalter und vor allem die Einbindung aller Akteure im Gesundheitssystem einschließlich der Kostenträger.

Ausgehend von Lieferengpässen bei bestimmten Arzneimitteln hatte das BMG im letzten Jahr Vertreter mehrerer Fachgesellschaften eingeladen, um die Problematik grundsätzlich zu beraten und Listen zu medizinisch absolut notwendigen Arzneimitteln (kurzfristig unverzichtbar) zu erarbeiten. Hierzu hatte die DGKJ mit Unterstützung der Konventgesellschaften Vorschläge abgegeben. Die Arzneimittelkom-mission der deutschen Ärzteschaft hat diese Vorschläge mit Vorschlägen anderer medizinischer Fachgesellschaften zusammengeführt. Das Ergebnis war eine sehr umfangreiche Arzneimittelliste und Impfstoffliste und war noch einmal zu überarbeiten. Ein endgültiges Ergebnis von Seiten des Ministeriums liegt noch nicht vor.

Folgende Pharmakovigilanzthemen wurden erörtert: Interaktion ASS/Ibuprofen, Baldrian: Indikation bei Kindern, codeinhaltige Hus-tensäfte.

Prof. Dr. Fred Zepp, Mainz
Vorsitzender