Jahresbericht 2015 der Historischen Kommission

Die Zusammensetzung der Historischen Kommission wurde 2015 vom DGKJ-Vorstand für die nächsten drei Jahre wie folgt bestätigt:  Prof. Dr. Thomas Beddies (stellv. Vorsitzender), Dr. Ernst Fukala,  Dr. Thomas Lennert, PD Dr. Georg Lilienthal, Prof. Dr. Lothar Pelz,  PD Dr. Maike Rotzoll, Prof. Dr. Philipp von der Osten, Prof. Dr.  Wolfram Scheurlen, Prof. Dr. Hans-Michael Straßburg, Prof. Dr. Kurt  Ullrich (Vorsitz), Dr. Hedwig Wegmann.

Die Kommission hat am 14. 11. 2014 und am 20. 2. 2015 in Berlin getagt. Folgende Themen standen im Berichtszeitraum im Mittelpunkt der Arbeit der Kommission. Für die Jahrestagung der DGKJ 2015 in München wurden mit Unterstützung des Instituts für Geschichte der Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (Prof. Dr. Volker Roelcke) zwei historische Symposien realisiert.

Aus dem Programm:

·         G. Hohendorf (München): Gab es Tötungen von behinderten Kindern im Nationalsozialismus auch in regulären Kinderkliniken? Das Beispiel des Pädiaters Johann Duken (1889–1954);

·         S. Topp (Gießen): Debatten über die NS-Kinder-Euthanasie in der DGfK/DGKJ; T. Beddies (Berlin): Zur Einführung des Tuberkulostatikums Conteben im Nachkriegsdeutschland;

·         V. Roelcke (Gießen): F. H. Dost; S. Topp (Köln): Mit einigen E-Schocks konnte eine rasche Wiederherstellung „erreicht werden.“ (Werner Villinger, 1954): Zur wissenschaftlichen Emanzipation der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der frühen Bundesrepublik;

·         A. Hinz-Wessels (Berlin): Die Gründung der Gesellschaft für Pädiatrie der DDR; F. Höpner (München): Kinderchirurgie und Nationalsozialismus – ist das ein Thema?

Die Gedenkausstellung „Im Gedenken der Kinder“ konnte 2015 in Bocholt/Westf., in Prora auf Rügen sowie in Aschaffenburg präsentiert werden.

Am 20./21. 2. 2015 fand im Institut für Geschichte der Medizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin die zweite Arbeitstagung „Kin dergesundheit nach 1945. Zur Zeitgeschichte der Kinderheilkunde in der Bundesrepublik und der DDR“ statt, die von der Hist. Kommission vorbereitet und durchgeführt wurde.

Aus dem Programm:

·         K. Ullrich (Hamburg): Einführung; A. Hinz-Wessels (Berlin): Umbruch im Zeichen des politischen Aufbruchs? Die Besetzung der Lehrstühle für Kinderheilkunde in der SBZ und frühen DDR;

·         T. Beddies (Berlin): Umbruch im Zeichen des politischen Aufbruchs? Die Besetzung der Lehrstühle für Kinderheilkunde in den westlichen Besatzungszonen und in der Bundesrepublik; S. Hahn (Leipzig): Pflege, Erziehung und Prophylaxe für Kinder: Staatliche Aufgabe und kritisch  begleitete Verantwortung der Gesellschaft für Pädiatrie der DDR;

·         R.  Eulitz (Reifenstein): Erlebte Sozialpädiatrie im Osten Deutschlands;  

·         E. Fukala (Halle/S.): Alltagsprobleme eines Kinderarztes in der DDR;  

·         A. Oommen-Halbach (Bonn): Zur akademischen Kinderheilkunde  in Bonn in der Nachkriegszeit;

·         S. Topp (Köln): Hermann Mai (1902– 2001): Direktor der Universitätskinderklinik Münster 1949 bis 1979;

·         F. Höpner (München): Wo steht die Kinderchirurgie? – eine Ortsbestimmung an Hand ihrer Geschichte nach 1945;

·         V. Hofmann (Halle/S.):  Anfänge der pädiatrischen Sonografie; H. Fangerau (Köln): Kinder-  und Jugendpsychiatrie und Kinderheilkunde nach 1945 in Ost und  West.

 Die Beiträge dieser sowie der ersten Arbeitstagung 2013 werden in einem Supplementheft der Monatsschrift Kinderheilkunde Anfang 2016 veröffentlicht. Das von der Friede Springer Stiftung finanzierte Forschungsprojekt „Zwischen wissenschaftlicher Autonomie und politischem Steuerungsanspruch: Kinderheilkunde in der SBZ und DDR“ wurde im Berichtszeitraum fortgesetzt. Die Bearbeiterin, Dr. Annette Hinz- Wessels (Berlin), hat Ergebnisse ihrer Arbeit verschiedentlich in Wort und Schrift vorgestellt.

Die Kommission dankt erneut für zahlreiche Hilfestellungen und die stets konstruktive und reibungslose Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle der DGKJ in Berlin.

Prof. Dr. med. Kurt Ullrich, Hamburg
Vorsitzender

PD Dr. phil. Thomas Beddies, Berlin
Stellvertr. Vorsitzender