Jahresbericht 2015 der Hochschulkommission

Die Kommission für Hochschulfragen wurde wie alle Kommissionen der DGKJ im April 2015 für drei Jahre neu berufen. Als Mitglieder wurden gewählt: Prof. Dr. Jutta Gärtner (Vorsitz), Prof. Dr. Klaus-Mi-chael Debatin, Prof. Dr. Angelika Eggert, Prof. Dr. Gesine Hansen, Prof. Dr. Egbert Herting, Prof. Dr. Wieland Kiess, Prof. Dr. Christoph Klein, Prof. Dr. Ingeborg Krägeloh-Mann, Prof. Dr. Norbert Wagner, Prof. Dr. Fred Zepp.

Das zentrale Thema, mit dem sich die Kommission im Berichtszeitpunkt beschäftigt hat, ist die Etablierung einer nationalen Forschungsinstitution für Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland.

Aufbauend auf den gemeinsamen Gesprächen mit dem BMBF aus dem letzten Jahr hatte die DGKJ-Hochschulkommission die Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin an deutschen Universitätskliniken gebeten, Vorschläge für Verbünde eines möglichen Forschungsnetzes zu unterbreiten. Als Rücklauf waren 28 Vorschläge eingegangen. Die Vorschläge zeigten Themen, die von zentraler Bedeutung für die Kinder- und Jugendmedizin sind. Dabei wurde sehr gut die Leistungsfähigkeit der Pädiatrie abgebildet. In den Gesprächen mit den politischen Entscheidungsträgern konnte dank dieser Themen gezeigt werden, wie durch die Bündelung von bestehenden Kompetenzen in den Bereichen der anwendungsorientierten Grundlagenforschung, der klinischen Forschung und der Versorgungsforschung ein maßgeblicher Beitrag zur Förderung der Kindergesundheit in Deutschland geleistet werden kann. Wir hoffen, dass die genannten Themen in der Aus-schreibung, die das BMBF derzeit vorbereitet, Berücksichtigung finden werden.

In Vorbereitung der Ausschreibung ist das BMBF zum Ende des letzten Jahres in einen strategischen Dialog getreten. Ziel ist die im Koalitionsvertrag dargelegte Aufgabe „... unter der Überschrift „Ge-sundheit im Lebensverlauf “ den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen und neue Initiativen für eine moderne Kinder- und Jugendmedizin, Arbeitsmedizin sowie Geschlechter- und Altersmedizin auch unter dem Gesichtspunkt der Prävention und Gesunderhaltung zu starten ...“ erfolgreich bearbeiten zu können. Im Rahmen dieses strategischen Dialogs sollen folgende Ziele erreicht werden:

1.Identifizierung und Präzisierung von Trends (Megatrends), Problemlagen und Risikofaktoren mit Bezug auf die Gesundheit, ins-besondere in den vier Themenbereichen Kinder- und Jugendgesundheit, Arbeits- und Geschlechtermedizin sowie Gesundheit im Alter unter Berücksichtigung von Prävention und Gesunderhaltung sowie Krankenversorgung und Versorgungsforschung.

2.Identifizierung und Potenzialabschätzung der sich ergebenden Lösungsangebote der Forschung für die sich aus Ziel 1 ergebenden gesellschaftlichen Herausforderungen.

3.Erarbeitung von Vorschlägen für die Priorisierung der Lösungsangebote der Forschung wie unter Ziel 2 entwickelt.

Hierzu erfolgte eine Online-Befragung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie eine telefonische Befragung von Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft. Die Online-Befragung wurde von der Abteilung Gesundheitsforschung des Projektträgers im DLR in enger Abstimmung mit dem BMBF-Referat „Gesundheitsforschung“ konzipiert und qualitativ ausgewertet.

Ebenso fand im Frühjahr 2015 ein Workshop „Strategischer Dialog – Gesundheit im Lebensverlauf “ statt. Sowohl in den Ergebnissen der Online-Befragung als auch des Workshops wurden nach Meinung der DGKJ somatische Erkrankungen unterbewertet.

Vor diesem Hintergrund wurden Gespräche mit verschiedenen Akteuren des BMBF und des BMG geführt. In diesen Gesprächen ist es uns gelungen deutlich zu machen, dass insbesonde-re auch für die chronischen somatischen Erkrankungen Forschungsbedarf besteht.

So wurden für die geplante Fördermaßnahme „Gesundheit im Lebensverlauf: Kinder- und Jugendgesundheit“ in einem BMBF-Fachgespräch Ende September folgende Forschungsfelder definiert:

  • Chronische körperliche Erkrankungen
  • Psychische Störungen
  • Prägende Einflüsse auf Gesundheit und Krankheit
  • Auf Risikogruppen ausgerichtete Prävention und Gesundheitsförderung

Das BMBF wird hierzu eine Ausschreibung vorbereiten. Das Ziel der DGKJ ist das Erreichen eines langfristigen Konzeptes zur Forschung für Kinder und Jugendliche in einem verstetigten Ansatz.

Prof. Dr. Jutta Gärtner, Göttingen
Vorsitzende