Jahresbericht 2011 der Kommission für Arzneimittelsicherheit im Kindesalter

Bericht der Screening KommissionKommission für Arzneimittelsicherheit im Kindesalter (KASK)

Den Arbeitsschwerpunkt hat die Kommission im Berichtszeitraum auf die Verbesserung des Pharmakovigilanzverständnisses gelegt. Hierzu zählen vor allem Publikationen in der Monatszeitschrift Kinderheilkunde (MoKi) unter der Rubrik Arzneimitteltherapie.

•   Tigecyclin  (Tygacil®) in der pädiatrischen Anwendung: Review der verfügbaren Daten (erschienen in der Monatsschrift Kinderheilkunde, Oktober 2011)

•   Neubewertung  der  Reinfektionsprophylaxe von Harnwegsinfektionen mit Nitrofurantoin (in Vorbereitung)

•   Arzneimittelsicherheit  der neueren Antikonvulsiva (in Vorbereitung)

Zur weiteren Steigerung der Anzahl der Publikationen in der Rubrik Arzneimitteltherapie ist geplant, die Kooperation mit den Fachgesellschaften im Konvent zu intensivieren und sie aufzufordern, auch Pharmakovigilanz-Beiträge aus ihrem Fachgebiet für diese Rubrik neben der KASK beizusteuern. Auch sollte mit den Herausgebern der Rubrik Originalien diskutiert werden, inwieweit es möglich ist, ihnen zugesandte Arzneimittelberichte gemeinsam mit den Herausgebern der Rubrik Arzneimitteltherapie zu bearbeiten und zu entscheiden, unter welcher Rubrik der MoKi diese Arbeit am besten zu publizieren ist.

Industrie-Werbung in der MoKi: Erfreulicherweise konnte erreicht werden, dass seit der JuliAusgabe der pharma report als report aus der Industrie erscheint, womit besser zu erkennen gegeben wird, dass es sich bei diesen Beiträgen weniger um eine von den Herausgebern begutachtete Mitteilung, sondern um von der Industrie finanzierte Berichte über von ihr gesponserte Veranstaltungen handelt, die üblicherweise nicht einer unabhängigen und sachkundigen Bewertung unterzogen wurden.

Weitere aktuelle Pharmakovigilanz-Themen, die sich im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und den Arzneimittelbehörden gestellt haben, waren:

•   Nutzenbewertung der Statine bei pädiatrischen Fettstoffwechselstörungen

•   Nutzen-Risiko-Bewertung der hormonellen Antikonzeptiva der dritten Generation (VTERisiko)

•   Nutzen-Risiko-Bewertung der Valproinsäure in der Migräneprophylaxe

•   Neubewertung der rezeptfreien Einnahme von Paracetamol bei Kindern und Erwachsenen

•   RisikoBewertung der rezeptfreien Abgabe Hypnotikum Doxylamin (Sedaplus® Saft u. Mereprine® Sirup) als Schlaf und Beruhigungsmittel für Säuglinge und Kleinkinder

•   Gleichzeitige  Zunahme  der MetamizolVerordnungen und der Metamizolinduzierten Agranulozytosen

•   Bessere  Erfassung  der  Langzeitsicherheit bei neu eingeführten Arzneimitteln durch vermehrte Einbeziehung von Kindern in Phase-4 Arzneimittelstudien und durch Einrichtung von Arzneimittelregistern.“Pediatric Clinical Pharma cology“ in „Handbook of Experimental Pharma cology“ (Volume 205, 2011): Die  Kommissionsmitglieder Boos, Mentzer, Seyberth und Schwab haben sich als Herausgeber bzw. Autoren an dem Band beteiligt. Neben den wissenschaftlichen Methoden und den ethischen sowie regulatorischen Aspekten bei der Arzneimittel-Entwicklung und -prüfung werden Übersichtsarbeiten und Grundlagen der Arzneimittelanwendung und der Pharmakovigilanz bei Kindern und Jugendlichen von einem international ausgewiesenen Autorenteam abgehandelt. Einige einführende Kapitel in diesem Band beinhalten das pharmakologische Fachwissen, das zukünftig bei der Prüfung zum Arzt für Kinder und Jugendmedizin vorausgesetzt werden könnte. Ein entsprechender Vorschlag wurde von unserer Kommission im Rahmen der anstehenden Novellierung der Weiterbildungsordnung an den Weiterbildungsbeauftragten der Bundesärztekammer, Herrn Dr. Bartmann, Anfang dieses Jahres auf den Weg gebracht.

Geplante Aktivität der Kommission: Entwicklung eines Konzepts für den Pharmakotherapie bzw. Arzneimittelsicherheitsbeauftragten in größeren pädiatrischen Fachgesellschaften, z.B. GPOH (Federführung Prof. Boos)

Prof. Dr. Hansjörg W. Seyberth, Landau
Kommissionsvorsitzender