Jahresbericht 2011 der Historischen Kommission

Die  Kommission hat am 18. November 2010 und am 17. März 2011 in der Geschäftsstelle der DGKJ in Berlin im Plenum getagt. Auf der Jahrestagung in Bielefeld konnte wiederum ein historisches Symposium realisiert werden.

•  Nach dem Ausscheiden von Herrn Prof. Volker Hesse (Berlin) aus der Kommission (vgl. Vorjahresbericht) konnte der Vorsitzende, Herr Prof. Gaedicke, Frau Dr. Maike Rotzoll und Herrn Dr. Philipp von der Osten, beide Heidelberg, in der Frühjahrsitzung 2011 als neue Mitglieder begrüßen.

Dr. med. Maike Rotzoll studierte Medizin in Lübeck, Heidelberg und Florenz; sie promovierte 1994 mit einem medizinhistorischen Thema (Pierleone da Spoleto. Vita e opere die un medico del Rinascimento, Florenz 2000). 1991–2001 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, seit 1998 als Fachärztin für Psychiatrie. 2002–2005 arbeitete sie im DFG-Projekt „Zur wissenschaftlichen Erschließung und Auswertung des Krankenaktenbestandes der NS-‚Euthanasie´-Aktion T4‘“. Seit 2005 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin in Heidelberg.

Dr. med. Philipp von der Osten studierte Medizin an der Freien Universität und an der Humboldt Universität Berlin. 1999–2001 war er Mitarbeiter des DFG-Projekts „Patientenbilder“ und in den folgenden Jahren Wiss. Mitarbeiter des Berliner Instituts für Geschichte der Medizin. Seine Dissertation trägt den Titel: Die Modellanstalt. Über das Konzept einer „modernen Krüppelfürsorge“, 19051933. Von 2003–2008 war er Wiss. Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart, seit Dezember 2007 ist er Assistent am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin in Heidelberg.

•  Die Ausstellung  „Im Gedenken der Kinder“, die in Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Historischen Kommission e.V. konzipiert und realisiert wurde, wurde Anfang 2011 für mehrere Wochen im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam gezeigt und damit – nach der Präsentation auf der Potsdamer Jahrestagung 2010 – auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bei der Eröffnung war u.a. Herr Prof. Zepp anwesend; zu dem begleitenden Vortragsprogramm haben Frau Prof. Grüters-Kieslich (Charité – Universitätsmedizin Berlin), Herr Prof. Gaedicke (Charité – Universitätsmedizin Berlin), Herr Prof. Radke (Klinikum Ernst v. Bergmann; Potsdam) und Herr PD Dr. Lenk (Abt. Ethik; Universitätsmedizin Göttingen) beigetragen.

•  Konkrete Anfragen für weitere Präsentationen der Ausstellung (u. a. Leipzig und Hamburg) werden in Verhandlungen mit den Veranstaltern vor Ort weiter verfolgt. Als Anerkennung ihrer Arbeit wertet die Kommission, dass die Ausstellung Anfang 2012 für mehrere Wochen in der „Topografie des Terrors“ in Berlin gezeigt wird und damit auch ein internationales Publikum erreichen kann. Dank der Unterstützung der „Topografie“ wird es möglich sein, die Ausstellung zweisprachig zu präsentieren und auch eine ausstellungsbegleitende Buchveröffentlichung (dt./engl.) zu realisieren. Eine Vortragsreihe rundet das Programm ab.

•  Das Pädiatrie-Archiv im Archiv der HumboldtUniversität zu Berlin hat Bestände weiterer Arbeitsgruppen und Fachgesellschaften aufgenommen. Leider konnte die Anstellung der Betreuerin des Archivs, Hedwig Wegmann, die seit längerem im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der HumboldtUniversität, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der DGKJ angestrebt wird, noch immer nicht realisiert werden.

•  Für die weitere wissenschaftlich-historische Arbeit sieht sich die Historische Kommission insbes. der Aufarbeitung der Geschichte der deutschen Pädiatrie nach 1945 (Geschichte der Pädiatrie in den beiden deutschen Staaten) verpflichtet. Ein entsprechender „Auftrag“ des Vorstandes der DGKJ war schon vor einiger Zeit im Zusammenhang mit einschlägigen Anfragen von Mitgliedern der Gesellschaft ergangen. Es besteht Einigkeit, dass die seriöse Bearbeitung des Themenkomplexes sorgfältiger Vorbereitung und Grundlagenarbeit bedarf. In diesem Zusammenhang finden seit Nov. 2011 mehrere Zeitzeugengespräche statt, die zur Generierung und Strukturierung eines auf einen längeren Zeitraum ausgelegten Forschungsprogramms beitragen sollen.

•  Die Kommission bedankt sich wiederum für zahlreiche Hilfestellungen und die immer konstruktive und reibungslose Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle der DGKJ in Berlin.

Prof. Dr. Gerhard Gaedicke, Berlin
Kommissionsvorsitzender

PD Dr. phil. Thomas Beddies, Berlin
Stellv. Kommissionsvorsitzen