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Jahresbericht 2011 der Kommission für Hochschulfragen
Die Kommission hat sich im Berichtszeitraum mit folgenden Themen beschäftigt:
• Deutsches Zentrum für Kindergesundheit
Angesichts der aktuellen Entwicklungen mit zunehmender Bundesförderung von Forschungsverbünden und Forschungsinstitutionen, die sich mit „Volkskrankheiten“ befassen, wurde eine Initiative zur Gründung eines deutschen Zentrums für Kindergesundheit diskutiert und entsprechende Vorbereitungen für einen Vorschlag an das BMBF getroffen. Die Kommission war sich darüber einig, dass bei den derzeit laufenden Verfahren wahrscheinlich zunächst keine Chance zur Realisierung besteht. Dennoch sollte das Thema Gesundheit, Kindergesundheit und der Gesichtspunkt von Prävention, früher Prägung sowie kindheitsspezifischen Aspekten von Volkskrankheiten aber unbedingt in der Perspektive in einem nationalen Forschungsinstitut zusammengefasst werden. Wir haben uns dabei an den Konzepten des National Institute of Child Health and Human Development (National Institut of Health, Bethesda, USA) orientiert und sind in Vorbereitung eines entsprechenden Positionspapiers.
• Stellungnahme Hochschulambulanzen
Unter den Universitätsklinika besteht Einigkeit darüber, dass die Finanzierung der Ambulanzen, insbesondere im Bereich der hochspezialisierten Ambulanzen, unzureichend ist. Der Verband der Universitätsklinik Deutschland (VUD) hat in seiner Stellungnahme zum Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung der Versorgungsstruktur und in der gesetzlichen Krankenversicherung auf diesen Punkt mit Nachdruck hingewiesen. Auch der Wissenschaftsrat hat in seiner Empfehlung zur Weiterentwicklung der ambulanten Universitätsmedizin in Deutschland deutlich herausgestellt, dass die Universitätsklinika mit ihren hochschulmedizinischen Ambulanzen einen wesentlichen Beitrag zur fachärztlichen ambulanten Versorgung leisten, der weit über das für Forschung und Lehre erforderliche Maß hinausgeht. Gerade in der Behandlung seltener und komplexer Erkrankungen – und dies betrifft insbesondere die Pädiatrie – spielen Hochschulambulanzen eine besondere Rolle. Um diesen Sachverhalt auch mit Zahlen zu untermauern, hat die Kommission anknüpfend an die frühere Umfrage zur Finanzierung der universitären Pädiatrie eine Umfrage zur aktuellen Vergütungssituation der Hochschulambulanzen initiiert.
• Stellungnahme zu Infektionsstationen
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen mit Schließung speziell ausgewiesener Infektionsstationen in den meisten großen Kinderkliniken, so auch in den Universitätskinderkliniken, hat die Hochschulkommission eine Stellungnahme zum Thema „Benötigt man Infektionsstationen?“ beschlossen und wird hierzu eine Umfrage durchführen.
• Kernbildungsinhalte Pädiatrie für Medizinstudenten
Im Kontext der Neuerarbeitung des nationalen Lernzielkatalogs Medizin wird sich die Kommission mit der Vertretung der Pädiatrie im Kerncurriculum befassen. In diesem Zusammenhang wird eine enge Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Fakultätentag, der in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für medizinische Ausbildung einen nationalen kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin für Deutschland entwickelt, angestrebt.
• Hochschullehrerkonvent
Die jährlichen Sitzungen des Hochschullehrerkonvents finden derzeit in Dresden, bisher organisiert von Prof. Gahr, statt. Aufgrund von Terminschwierigkeiten konnte das für 2011 geplante Treffen nicht durchgeführt werden. Als Themen für den Hochschullehrerkonvent werden neben den in der Hochschulkommission diskutierten Punkten übergreifende Fragen zur Finanzierung der universitären Pädiatrie in Zusammenarbeit bzw. Abgrenzung mit anderen Disziplinen sowie der Vertretung der Pädiatrie in den Fakultäten erörtert.
Prof. Dr. Michael Debatin, Ulm
Kommissionsvorsitzender