Bericht des Konvents für fachliche Zusammenarbeit der DGKJ für 2016

Im Mittelpunkt der Arbeit des Konvents standen im Berichtszeitraum folgende Themen:

GOÄ neu

Nach der Ablehnung des letzten GOÄ-Entwurfs durch das Präsidium der Bundesärztekammer Ende März 2016 wird nach Beschluss des 119. Deutschen Ärztetages im Mai 2016 in Hamburg die Verhandlung mit der PVK/Beihilfe mit dem Verhandlungsführer Dr. Klaus Reinhardt, niedergelassener Hausarzt aus Bielefeld und Bundesvorsitzender des Hartmannbundes, in eine neue Runde gehen. Nach den Eingaben der Fachgesellschaft en, u. a. auch des Konventes für fachliche Zusammenarbeit und des BVKJ wurde in den Jahren 2008 bis 2013 eine Kostenkalkulation der Firma Prime-Network (Dr. Wolfgang Popp) zur Kalkulation der Kosten in der GOÄ-Reform vorgelegt. Diese belief sich auf eine Steigerung von maximal 30 %. In den bisherigen Verhandlungen mit der PKV und den Beihilfestellen wurde deutlich, dass ein maximaler Zuwachs in den ersten drei Jahren der Reform von ca. 5,8 % zu erwarten ist. Es wird sich bei der jetzigen Verhandlung mit der Bundesärztekammer also in erster Linie darum handeln, in welcher Form diese 5,8 % Steigerung der GOÄ-Erlöse aufgeteilt werden. Jede Spezifizierung, jeder Zuschlag auf der einen Seite wird mit einer Abwertung der Grundleistung auf der anderen Seite verbunden sein. Am 19.07.16 fand ein Gespräch mit der Bundesärztekammer (BÄK) und Vertretern der Pädiatrie statt. Seitens der Pädiatrie waren Herr Priv.-Doz. Dr. Christoph Heyer (Institut für Kinderradiologie, Kath. Klinikum Bochum) als Vertreter der Kinderradiologen, Herr Dr. Reinhard Bartezky (niedergelassener Kinder- und Jugendarzt, Berlin- Neukölln), Herr Dr. Thomas Fischbach (Präsident BVKJ) und der Sprecher des Konvents für fachliche Zusammenarbeit der DGKJ, PD Dr. Burkard Rodeck, anwesend. Zusätzlich nahmen Vertreter anderer Fachgruppen teil. (Berufsverband der Chirurgen, Hausärzteverband, Tropenmedizin etc). Die Moderation durch Herrn Reinhardt war off en und zielführend. Die vorliegende Fassung der GOÄneu wurde teils aus Zeitgründen kursorisch, zum Teil aber auch im Einzelnen kritisch durchgesprochen. Hauptfokus waren die Kapitel B und C. Zukünftig koordiniert und begleitet die BÄK die weiteren Verhandlungen, die allerdings im Detail zwischen den Fachverbänden und der PKV/Beihilfe stattfinden soll.

Kinderzuschläge

Die bisher vorgeschlagenen Kinderzuschläge sind vom Ansatz her nicht durchgängig angelegt. Einige Kapitel haben generell Kinderzuschläge (Anästhesie D1, Angiologie FI, Rheumatologie FVII, Hämato- Onkologie FVIII, Dermatologie FXII), andere nur teilweise Zuschläge oder sehr detaillierte Zuschläge, dann auch mit unterschiedlichen Altersbereichen. Unsere Forderung nach einer durchgängigen Systematik von Kinderzuschlägen wurde seitens Herrn Reinhardt off en angenommen, er bat um Vorlage einer Neukonzeption. Die BÄK wurde gebeten, die Kalkulationsdaten der Firma Prime-Network zur Verfügung zu stellen. Es ist zu vermuten, dass die unterschiedlichen Kinderzuschläge auf der Basis dieser wirtschaft lichen Kalkulation generiert wurden. Die klinische Untersuchung ist mit nicht mehr zeitgerechten Untersuchungstechniken hinterlegt und muss grundlegend überarbeitet werden. Die aktuell vorliegende Fassung ist zudem ausschließlich erwachsenenorientiert. Weitere Themen waren eine spezifische Ziffer für die Betreuung eines Kindes oder Jugendlichen mit einer chronischen Erkrankung inklusive der Angehörigenbetreuung, die genaue Definition von Schulungsmaßnahmen (45 min.-Blöcke, zeitgleiche Schulung von Eltern), Gesprächsleistung über e-health-Verfahren (Fremdanamnese etc.) sowie eine Ausweitung der Leistungen im Kapitel XI (Pädiatrie), wobei der Pädiatrie dort ausdrücklich ein Vorschlagsrecht eingeräumt wurde. Für diese Leistungen können dann natürlich keine Kinderzuschläge veranschlagt werden. Das Gebiet der Neonatologie ist in der aktuellen Fassung nicht berücksichtigt. Ein weiterer Diskussionspunkt war die sog. Positivliste. Eine klare Stellungnahme dazu erfolgt nicht. Es handelt sich dabei um die grundsätzliche Steigerungsmöglichkeit bei bestimmten Ziffern. Das würde aber die Rahmenstruktur der GOÄneu (robuster Einfachsatz) konterkarieren. Es wurde vereinbart, dass die BÄK die z. T. detailliert vorgetragenen Wünsche und Vorstellungen in eine neue Konzeption mit einbringt und dann den Fachgesellschaft en eine Excel-Tabelle zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung stellt. Die DGKJ und der BVKJ sehen einen generellen Kinderzuschlag bei Behandlungen bis zum abgeschlossenen 8. Lebensjahr für gerechtfertigt an. Die weiteren Verhandlungen werden wie in der Vergangenheit in enger Absprache mit dem Honorarausschuss des BVKJ stattfinden. Weiterhin fanden im Herbst 2016 Verhandlungen mit den Vertretern einzelner Konventgesellschaft en statt.

EBM 2017

Eine Überarbeitung des EBM ist für 2017 angekündigt, die wissenschaftlichen Fachgesellschaft en wurden nicht befragt. Nach Auskunft des BVKJ wird es da keine wesentlichen inhaltlichen Neuigkeiten geben, es geht eher um Umverteilungsfragen.

Transition

Vgl. den separaten Bericht der interdisziplinären AG Transition.

Muster-Weiterbildungsordnung, BÄK Workshop am 1. 9. 2016

Moderation durch Frau Dr. Güntert, Dezernat Aus-, Fort- und Weiterbildung. Anwesend sind 14 Vertreter der pädiatrischen Verbände und Fachgesellschaft en. Die WBO-Version 2.0 ist am 30. 05. 2016 auf die WIKI-BÄK Plattform gestellt worden. Die Systematik ist gegenüber der Version 1.0 geändert worden. Es wird zwischen Anwendungsbezogenen Kenntnissen und Erfahrungen ((bisher Weiterbildungsmodus „Kennen“ und „Können“) und Kenntnis- und erfahrungsgestützte Anwendung (ohne Richtzahlen) und Fertigkeiten (mit Richtzahlen) (bisher Weiterbildungsmodus „Beherrschung“) unterschieden. Die vorgelegte Fassung des Unterausschusses Pädiatrie ist zwar wie ein Logbuch aufgebaut, enthält aber wesentliche Inhalte der Version 1.0 nicht. Nach Aussage von Dr. Voigt und Dr. Güntert soll sie allerdings zunächst als Satzung aufgefasst werden. Die in der Version 1.0 festgelegten Inhalte sollen nach den Vorstellungen der BÄK in ein eigenes Logbuch fließen, dessen Entwurfsfassung von den Fachverbänden der Pädiatrie vorgelegt werden soll. Die Zugangsdaten zu WIKI-BÄK müssten den Fachgesellschaft en und Verbänden bekannt sein. Sie können sonst bei der BÄK erfragt werden (Lese- und Kommentier-Recht). Die abgestimmten Eingaben auf der Plattform können nur über die Kommission für Struktur und Weiterbildung der DAKJ von der Geschäftsstelle der DGKJ eingegeben werden (Schreibrecht). Grundsätzlich wird die BÄK mehr Wert auf den Erwerb der Kompetenzen als auf die Erfassung von Weiterbildungszeiten legen. Die Dokumentation soll zukünftig EDV-gestützt online bei der BÄK erfolgen. Die ausführliche Diskussion der Version 2.0 zeigt Schwächen in der Grundsystematik auf, bei der jetzt aktuell unter den „Überschrift en“ der einzelnen Blöcke z. T. auf Details eingegangen wird, die eigentlich in das noch nicht erstellte Logbuch gehören. Außerdem sind die Inhalte der Blöcke z. T. inkongruent gestaltet. Die Vertreter der Pädiatrie bringen zahlreiche Verbesserungsvorschläge, die BÄK fasst die Eingaben zusammen und stellt sie der DAKJ-Kommission zur Verfügung. In einer erneuten Sitzung der Kommission für Struktur und Weiterbildung der DAKJ werden die Vorschläge aus den Fachverbänden und Fachgesellschaft en konsentiert und verabschiedet. Danach erfolgt ein erneuter Workshop mit der BÄK. Die Atmosphäre war sachlich und zielgerichtet.


PD Dr. med. Burkhard Rodeck
(Sprecher des Konvents), Osnabrück