Bericht des Konvents für fachliche Zusammenarbeit der DGKJ für 2015

Der Konvent für fachliche Zusammenarbeit der DGKJ hat sich im Berichtszeitraum vor allem mit folgenden Themen beschäftigt:

EBM, §120 1a

Das Klageverfahren läuft seit 1998. In der ersten Instanz wurde von einer Kammer zugunsten der Kläger, von einer anderen zuungunsten der Träger entschieden. Die Revisionen laufen noch.

GOÄ

Wie bereits im letzten Jahr berichtet, hatte die Kinder- und Jugendmedizin auf leistungsbezogene kalkulierte Zuschläge hingearbeitet und aus den verschiedenen Fachverbänden der Kinder- und Jugendmedizin Daten an die BÄK zur Kalkulation der Zuschläge bei bestimmten Leistungen durch die PrimeNetwork AG geliefert. Die jetzt vorgestellten Kinderzuschläge K1 bis K3, gestaffelt von 12,24 bis 36,72€ bis zum vollendeten 6. Lebensjahr, scheinen dieser Philosophie nicht zu entsprechen, sondern sind wohl eher komplexitäts-orientiert. Die BÄK wurde angefragt. In der Antwort der BÄK (Dr. B. Rochell) wird betont, dass „auf breiter Ebene Kinderzuschläge eingepflegt wurden, sowohl mit Geltung für eine Vielzahl von Teilabschnitten als auch insbesondere im Hinblick auf spezialpädiatrische Leistungen mit ausschließlichem Bezug auf Kinder und teilweise auf Jugendliche“. Details dazu werden noch nicht übermittelt. Es wird aber ein vertraulicher Einblick vor Eintritt in Detailverhandlungen zugesichert.

Am 18.12.2014 fand ein Gespräch bei der BÄK statt, an dem Prof. H.G. Koch in seiner Funktion als stellvertretender Sprecher des Konvents teilgenommen hat. Dabei ging es vor allem um die Kommentierung der PKV zu einem Entwurf der GOÄ. Aus Sicht der Pädiatrie gab es nur wenig beizutragen. Da die altersabhängigen Zuschläge nicht von der PKV kommentiert wurden, erfolgte hierzu auch keine Diskussion.

Die Kapitel C Spezialleistungen wurden nicht besprochen, da einerseits die Zeit fehlte und andererseits den zuständigen Bearbeitern der BÄK im Vorfeld nicht genügend Zeit gegeben wurde, sich mit der Materie zu beschäftigen.

Laut Herrn Windhorst könnte eine Verabschiedung der neuen GOÄ bis zum Herbst 2016 erfolgen. Es wird angestrebt, die neue GOÄ noch deutlich vor dem Ende der aktuellen Legislaturperiode abzuschließen.

Nicht geklärt ist bisher, ob es in der neuen GOÄ wieder Multiplikatoren geben wird. Herr Windhorst hält Multiplikatoren für zwingend notwendig, auch bei der Berechnung von Zusatzpauschalen. Grundsätzlich geht er davon aus, dass die neue GOÄ die Leistungen aus dem Kapitel B erheblich besser bewertet (sprechende Medizin), Abschläge wird es bei den Spezialleistungen (technische Medizin) geben.

Fühlbare Einbußen könnte es geben, wenn Laborleistungen nicht mehr abgerechnet werden können. Insgesamt wehrt sich die BÄK jedoch dagegen, bei der neuen GOÄ die Kostenneutralität als Prämisse anzuerkennen.

Weiterentwicklung der (Muster)-Weiterbildungsordnung

In Bezug auf die Ausführungen im Protokoll der letzten Konventsitzung zur Novellierung der Musterweiterbildungsordnung gibt es laut Prof. Hoyer keine neuen Aspekte. Die Arbeitsgruppen beschäftigen sich in erster Linie mit einem Abgleich der Datenlage zwischen BÄK und den Länderkammern.

Weiterhin werden die doch sehr unter-schiedlich strukturierten Vorlagen der einzelnen Fachgesellschaften homogenisiert. Es soll zukünftig nur zwei Kompetenzebenen geben (Kenntnisse, Erfahrung). Die gute Qualität der von der Pädiatrie eingereichten Konzepte wird gewürdigt.

Die Novellierung der Weiterbildungsordnung wird ein wichtiges Thema des Bundesärztetages in Frankfurt sein. Um dem Anspruch der Pädiatrie besser gerecht werden zu können, gibt es zurzeit Überlegungen, die Facharztbezeichnung auf „Arzt für Kinder, Jugendliche und Heranwachsende“ zu erweitern.

Darüber hinaus nahm die Arbeit in der AG Transition der DGKJ, der DGIM und der DGN einen großen Platz in der Konventtätigkeit ein. Dazu wird ein gesonderter Bericht erscheinen.


PD Dr. med. Burkhard Rodeck
(Sprecher des Konvents), Osnabrück