Jahresbericht 2009 des DGKJ-Konvents

Die Arbeit des Konvents für fachliche Zusammenarbeit zeichnete sich im Jahr 2009 vor allem durch folgende Themen aus:

Finanzierung von Spezialambulanzen der Pädiatrie

Am 13.2.2009 wurde das Krankenhausfinanzierungsreformgesetz verabschiedet. Kinderkliniken mit Spezialambulanzen können mit den Krankenkassen nach § 120 des KHRG einen Satz zur Deckung der zuvor belegten Unterfinanzierung der Ambulanz vereinbaren. Die Gegenfinanzierung erfolgt durch Absenkung der Landesbaserate. Vorausgegangen war eine Intervention der pädiatrischen Verbände unter Federführung der GKinD mit dem Konvent der DGKJ, dem VLKKD un dem BVKJ beim Bundesgesundheitsministerium wegen der unter EBM2008 deutlich erkennbaren Unterfinanzierung der Ambulanzen im Ermächtigungsbereich. Das BMG hat den Bewertungsausschuss (KBV, Kassenvertreter) angewiesen, eine Kostenkalkulation vorzunehmen. Die Evaluation wurde vom Institut des Bewertungsausschusses (InBA) im Jahr 2008 auf der Basis der Erlöse 2006/2007 vorgenommen. Dabei ergab sich eine Unterdeckung pro Fall/Quartal von 110–120 Euro. Die in der Stichprobe der InBA-Evaluation festgestellte Unterfinanzierung im Bereich der Spezialambulanzen der Klinikermächtigungen wird nicht pauschal als Grundlage einer Zusatzfinanzierung herangezogen. Jedes Krankenhaus im einzelnen wird mit den Krankenkassen in Verhandlungen treten, die eigene Kalkulation im Detail vorlegen müssen, und auf dieser Basis einen Satz aushandeln, der zusätzlich zu den KV-Erlösen pro Fall gezahlt wird. Dazu sollte ein Evaluationsbogen der GKinD genutzt werden, der bei Interesse zugeschickt wird. Für die genaue eigene Kalkulation können die Evaluationsbögen des InBA genutzt werden, die den Geschäftsführern / Verwaltungsleitern der Krankenhäuser vorliegen. Sie können zusätzlich über die Geschäftsstelle der DGKJ angefordert werden. Z. Zt. laufen sehr unterschiedliche Verhandlungen in den Ländern, z.T. unter Einschluss der Landeskrankenhausgesellschaften, offenbar teils auch mit dem Ziel, landesweite Pauschalen zu vereinbaren. Pauschalen sind problematisch, da dadurch die Unterfinanzierung einerseits nicht gedeckt wäre, andererseits andere Ambulanzen dafür einen zu hohen Erlös erreichen würden.

Die Finanzierung der Ermächtigungsambulanzen im Jahr 2008 wurde von den Landes-KVen unterschiedlich gehandhabt. Einige sind auf die Vorschläge des Konvents/VLKKD eingegangen mit der Abrechnungsmöglichkeit der Hausarztpauschale, andere waren völlig uneinsichtig. In Niedersachsen wurden alle Anträge abgewiesen, alle Widersprüche abgelehnt. Mittlerweile wurden bei den zuständigen Sozialgerichten der Länder Klage eingereicht. Es bleibt abzuwarten, ob der juristische Weg zum Erfolg führt.

AG Schwerpunktorientierter Pädiater

Im Berufsverband hat sich eine AG Schwerpunktorientierter Pädiater (vor allem Kinderkardiologie, Neuropädiatrie, pädiatrische Pneumologie, pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie, Kindergatsroenterologie, pädiatrische Onkologie/Hämatologie) gegründet, die insbesondere die Interessen der niedergelassenen Pädiater vertritt. Gemeinsame Gespräche im Rahmen der DAKJ werden angestrebt.

Zusatzbezeichnung „Päd. Intensivmedizin“

Die Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin (GNPI) hat in Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin (DGAI) eine Stellungnahme zur Organisation der Pädiatrischen Intensivmedizin jenseits des Neugeborenenalters vorgelegt. Dadurch sollte die Behandlung von intensivpflichtigen Kindern und Jugendlichen in die Verantwortung von Kinder- und Jugendärzten gebracht werden. In der ursprünglichen Fassung war allerdings die Zusatzbezeichnung „Intensivmedizin“ für den Leiter einer Intensivstation obligat. Da es eine Reihe von pädiatrischen Kollegen gibt, die kompetent aber ohne die Zusatzbezeichnung Intensivstationen leiten, hätte das die Intention der Stellungnahme konterkariert. Eine konsensfähige Fassung der Stellungnahme liegt nicht vor.
Der Konvent plädiert für eine Umfrage, wo pädiatrische Intensivpatienten unter welcher Leitung bzw. Struktur versorgt werden.

DGKJ-Repetitorien Pädiatrie

Die DGKJ-Repetitorien erfreuen sich weiterhin einer sehr guten Akzeptanz. 2009 fanden die Repetitorien in Heidelberg und Hamburg statt. An dieser Stelle möchten wir den Organisatoren und allen Referenten einen herzlichen Dank für ihr Engagement und ihren Einsatz aussprechen.

Priv.-Doz. Dr. Burkhard Rodeck