Adalbert-Czerny-Preis

Satzung


In der Mitgliederversammlung am 12.9.1961 in Heidelberg beschloss die damalige Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde (heute: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin), einen Preis zu stiften. Die Satzungen wurden vom erweiterten Vorstand in der Sitzung vom 8.12.1962 in Heidelberg in nachfolgender Form genehmigt und am 20.11.1980, 24.02.2010, 15./16.09.2010 und 11.09.2012 aktualisiert. Der Preis soll in Erinnerung an Adalbert Czerny (1863-1941) den Namen Adalbert-Czerny-Preis tragen.

 
§ 1
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin stiftet den Adalbert-Czerny-Preis.
 
§ 2
Der Adalbert-Czerny-Preis wird im Abstand von einem Jahr bei der Jahrestagung verliehen.
 
§ 3
Der Adalbert-Czerny-Preis besteht aus einer Adalbert-Czerny-Medaille und einem Geldpreis von € 10.000.
 
§ 4
Mit dem Adalbert-Czerny-Preis sollen besondere wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin mit Einschluss ihrer Grenzgebiete ausgezeichnet werden. Die Arbeiten brauchen noch nicht veröffentlicht zu sein, doch soll ihre Veröffentlichung möglichst noch im Bewerbungsjahr erfolgen.
Mit der eingereichten Arbeit / den eingereichten Arbeiten darf sich der Bewerber nicht gleichzeitig um einen anderen Preis bewerben. Auch dürfen diese Arbeiten nicht bereits mit einem anderen Forschungspreis (ausgenommen Posterpreise) ausgezeichnet sein.
 
§ 5
Um den Adalbert-Czerny-Preis können sich im deutschen Sprachraum tätige Kinder- und Jugendärzte (auch in Weiterbildung) bewerben. Die Bewerber müssen dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin fünf Exemplare ihrer Arbeit(en) einreichen. Der Zeitpunkt wird in den Fachzeitschriften mitgeteilt und soll etwa drei Monate vor Beginn der Jahrestagung, auf der der Preis verliehen wird, liegen.
 
§ 6
Der Adalbert-Czerny-Preis soll an den wissenschaftlichen Nachwuchs einschließlich Kinder- und Jugendärzte in freier Praxis vergeben werden. Der Preis kann nicht geteilt werden. Wenn die Jahrestagung ausfällt, können bei der nächsten Jahrestagung zwei Preise verliehen werden.
Es kommen auch Arbeiten mehrerer Autoren für den Preis in Betracht, es müssen nicht alle Autoren Kinder- und Jugendärzte sein. Als Preisträger können sich ausschließlich Erst- oder Letztautoren bewerben.

§ 7
Ein Preisrichterkollegium von drei Mitgliedern, die vom Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin berufen werden, entscheidet über die Vergebung des Preises. Die Preisrichter können sich durch Sachverständige beraten lassen.
 
§ 8
Als Preisrichter und Berater darf nicht tätig werden, wer
a)       selbst als Preisträger in Betracht kommt,
b)       mit einem Bewerber verwandt ist,
c)       mit einem Bewerber in einem dienstlichen Vorgesetzten-Verhältnis steht oder stand.
 
§ 9
Die Preisrichter entscheiden mit einfacher Mehrheit, welcher Arbeit der Preis zuerkannt werden soll. Wird keine Arbeit für preiswürdig gehalten, so können im nachfolgenden Jahr zwei Preise verliehen werden.
 
§ 10
Der Adalbert-Czerny-Preis wird durch den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in der Eröffnungssitzung der Jahrestagung verliehen. Der Preisträger stellt seine prämierte Arbeit während dieser Jahrestagung vor.  

Preisträger

2015 PD Dr. Karl Peter Schlingmann, Münster
"Angeborene Störungen des Kalzium- und Magnesiumhaushaltes"

2014 PD Dr. Max Christoph Liebau, Köln
„Zur molekularen Pathogenese genetischer Nierenerkrankungen des Kindes- und Jugendalters“

2013 PD Dr. Sebastian Brenner, Dresden
„The histone demethylase UTX regulates stem cell migration and hematopoiesis“

2011 PD Dr. Dominik Müller, Berlin 
"CNNM2, a basolateral protein required for renal Mg2+ handling"

2010 Dr. Marco Henneke, Göttingen 
"RNASET2-deficient cystic leukoencephalopathy resembles congenital cytomegalovirus brain infection" 

2009 Priv. Doz. Dr. Frank Rutsch, Münster 
"Identification of a putative lysosomal cobalamin exporter altered in the cblF defect of vitamin B12 metabolism" 

2008 PD Dr. Antje Körner, Leipzig
"Off the growth curve: Vom Adipozyten zur Adipositas und ihren Folgen bei Kindern." 

2007 Forschergruppe um Prof. Dr. Christoph Klein, Hannover
"„Stammzelltransplantation und Immunmodulation – Molekulare Therapieansätze in der Pädiatrie –KFO 110“ 

2006 PD Dr. Martin Jacob Staudt, Tübingen
"Organisation und Reorganisation des sich entwickelnden Gehirns nach periventrikulären Läsionen der weißen Substanz" 

2005 PD Dr. Christoph Randak, Iowa
„Funktionelle Eigenschaften der zweiten nukleotidbindenden Domäne des ‚cystic fibrosis transmembrance conductance regulators’ (CFTR) und ihre Bedeutung für die Regulation der Chloridkanalaktivität“ 

2004 PD Dr. Ania Muntau, München
"Defekte humaner Peroxine und ihre biologischen Auswirkungen: Auf dem Weg zu einem besseren Verständnis der peroxisomalen Biogenese" 

2003 PD Dr. Thorsten Marquardt, Münster
"Congenital Disorders of Glycosylation (CDG): Fehlerhafte Glykosylierung von Proteinen und ihre Auswirkungen" 

2002 PD Dr. Gesine Hansen, Halle 
"Modulation der T-Zell-Polarisation beim allergischen Asthma bronchiale" 

2001 PD Dr. Angela Hübner, Dresden
"Molekulargenetik von Syndromen mit Adrenokortikotropin-Resistenz" 

2000 PD Dr. Klaus-Peter Zimmer, Münster
»Modulation of Antigen Trafficking to MCH Class II-Positive Late Endosomes of Enterocytes « 

1999 Dr. Christian Beltinger, Ulm
»Apoptosegene und apoptoseinduzierende Gentherapie pädiatrischer Tumoren« 

1998 Dr. Arndt Borkhardt, Gießen
»Molekulargenetische Untersuchungen von chromosomalen Aberrationen bei hämatologischen Neoplasien im Kindesalter« 

1997 Dr. Stefan Mundlos, Mainz
»Untersuchungen zur molekularen Pathogenese erblicher Skeletterkrankungen. Der Einfluß von Hoxd13 und Cbfa1 auf Musterbildung und Gestalt des Skeletts« 

1996 PD Dr. Jutta Gärtner, Düsseldorf
»Entwicklungsstörungen von Peroxisomen: Grundlagen und klinische Bedeutung« 

1995 Dr. Burkhard Tönshoff, Heidelberg
»Bedeutung der Wachstumshormon/Insuline-like growth factor-Achse für die Regulation von Nierenfunktionen und Körperwachstum bei chronischer Niereninsuffizienz« 

1994 PD Dr. Wieland Kiess, Gießen
»Der Insulin-like-Growth-Factor-II/Mannose-6-Phosphat-Rezeptor: Interaktion eines Wachstumsfaktors (IGF-II) mit dem lysosomalen System« 

1993 PD Dr. Andreas Eckhard Kulozik, Ulm
»Genetische und klinische Variabilität der Hämoglobinopathien« 

1992 Dr. Reinhard W. Holl, Ulm
»Intrazelluläre Kalziumkonzentration in einzelnen Wachstumshormon (STH)-Zellen der Hypophyse« 

1991 PD Dr. Klaus Schmidt, Heidelberg
»Quantitative fetale Echokardiographie experimentelle Grundlagen underste klinische Erfahrungen« 

1990 Dr. Norbert Krüger, Berlin
»Der 14C-Coffein CO2 Atemtest: Eine in-vivo-Methode zur Untersuchung der Entwicklung und Induktion von Monooxygenasen bei Ratten und Affen« 

1989 Priv.-Doz Dr. Stefan Eber, Göttingen
»Angeborene hämolytische Anämien infolge genetisch bedingter Defekte der Membranproteine der Erythrozyten« 

1988 Priv.-Doz. Dr. Richard Kraemer, Bern
»Response characteristics of systemically given beta agonists in infants with broncho-pulmonary disease« 

1987 Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Rascher, Heidelberg
»Regulation des atrialen natriuretischen Peptids im Kindesalter« 

1986 Dr. Bernhard Zabel, Mainz
»Chromosomale Lokalisierung von klonierten Genen und DNS-Polymorphismen ­Bedeutung bei hereditären und malignen Erkrankungen « 

1985 PD Dr. Helmut Paust, Berlin
»Die intravenöse Ernährung Früh- und Neugeborener mit Fettemulsionen. Untersuchungen zur Fettsäureoxydation mit dem 13 C-Triolein Atemtest« 

1984 Dr. Stephan Strobel, Frankfurt/Main
»Modulation of the immune response to fed antigen in mice and the induction of cell mediated immunity in the small intestine« 

1983 Priv.-Doz. Dr. R. Seger, Zürich
»lnborn erros of oxygen-dependent microbial killing by neutrophils« 

1982 Priv.-Doz. Dr. D. V. Michalk, Erlangen
»Der Stoffwechsel von Sulfat und Taurin und seine Veränderung in derUrämie. Klinische und tierexperimentelle Untersuchungen« 

1981 Priv.-Doz. Dr. H. Götze, Essen
»Die Rolle des Dünndarms bei der Aktivierung und dem Transport von Pankreasenzymen«  

1980 Priv.-Doz. Dr. D.-E. Müller-Wiefel, Heidelberg
»Untersuchungen zur Pathogenese und Kompensation der renalen Anämie im Kindesalter« 

1979 Prof. Dr. W. Baumann, Mainz
»Untersuchungen zur chronischen Hepatitis im Kindesalter« 

1978 Prof. Dr. H. Schulte-Wissermann, Mainz
»In-Vitro- und In-Vivo-Experimente mit kultiviertem Thymusepithel Untersuchungen zur Thymusfunktion « 

 1977 Priv.-Doz. Dr. G. K. Schöch, Hamburg
»Untersuchungen zum Stoffwechsel der Nucleinsäuren: Molekularbiologie und klinische Bedeutung« 

 1976 Priv.-Doz. Dr. F. Bidlingmaier, München
»Plasmaöstrogene in Kindheit und Pubertät unter physiologischen undpathologischen Bedingungen« 

1975 Priv.-Doz. Dr. A. Poschmann, Hamburg
»lmmunfluoreszenzdarstellung erythrozytärer Rezeptoren« 

1974 Priv.-Doz. Dr. D. Kaiser, Bern
»Der Ausscheidungsdefekt exokriner Drüsen bei der Mukoviszidose« 

1973 Priv.-Doz. Dr. H. Wehinger, Freiburg
»Untersuchungen über die Carboanhydrasen des menschlichen Erythrozyten« 

1972 Doz. Dr. J. Spranger, Kiel
»The Systemic Mucopolysaccharidoses« 

1970 Doz. Dr. B. Weber, Berlin
»Plasmainsulin bei Kindern. (Klinische Untersuchungen bei stoffwechselgesunden, adipösen und diabetischen Probanden)« 

1969 Doz. Dr. W. Isler, Zürich
»Akute Hemiplegien und Hemisyndrome im Kindesalter« 

1968 Doz. Dr. F. Lampert, Erlangen
»Kerntrockengewicht, DNS-Gehalt und Chromosomen bei akuten Leukämien im Kindesalter« 

1967 Doz. Dr. W. Schröter, Hamburg
»lntrazelluläre Stoffwechselregulation und Unreife Ein Beitrag zur Entstehung des Icterus neonatorum simplex« 

1966 Doz. Dr. W. Teller, Marburg
»über den Stoffwechsel von C19-und C11-Steroiden im Kindesalter« 

1965 Dr. J. Grimm, Leipzig
»Untersuchungen zur Pathogenese und Klinik des Banti-Syndroms« 

1964 Doz. Dr. H. Wolf und Doz. Dr. H. Löhr, Göttingen
»Der Lipoidstoffwechsel des gesunden Säuglings« 

1963 Doz. Dr. W. Burmeister, Homburg/Saar