Stellungnahmen

In ihren Stellungnahmen gibt die DGKJ offizielle Empfehlungen zu bestimmten Themen der Kinder- und Jugendmedizin. Die Stellungnahmen der DGKJ bzw. der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ), die hier ebenfalls veröffentlicht werden, gründen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden von den einzelnen, fachlich zuständigen Kommissionen bzw. Sachverständigen erarbeitet.

Sie finden hier die aktuellen Stellungnahmen.
Stellungnahmen, die älter als 5 Jahre sind und damit keine aktuelle Gültigkeit besitzen, werden im Archiv veröffentlicht.

Die Bereitstellung der Online-PDFs der "Monatsschrift Kinderheilkunde" erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Springer-Verlags.

BSE-Übertragung durch Kindernahrung?

01.01.2001

Angesichts der Verunsicherung der Öffentlichkeit zur Frage einer möglichen Übertragung der BSE-Infektion (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) mit fleischhaltiger Kindernahrung nehmen wir hierzu Stellung.
Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin hat eingehende Gespräche mit dem Diätverband geführt, der Hersteller für Säuglings- und Kleinkindernahrung vertritt.

Die Hersteller erklären:

Das Rind- und Kalbfleisch für die in Deutschland hergestellte Gläschenkost für Säuglinge stammt bereits seit 1994 ausschließlich aus Aufzucht- und Produktionsverfahren, welche die größtmögliche Sicherheit gegen die derzeit bekannten BSE-Übertragungswege bieten. Die Tiere werden seit 2-3 Generationen in landwirtschaftlichen Betrieben gehalten, die den gesetzlichen Vorgaben für den zertifizierten ökologischen Landbau folgen. Durch vertragliche Bindung und wiederkehrende Kontrollen wird gewährleistet, daß die Tiere keine Milchaustauscher und keine tiermehlhaltigen Futtermittel erhalten. Die Aufzucht erfolgt ausschließlich mit der Milch der Muttertiere und mit Futtermitteln aus ökologischer Produktion. Auch die Schlachtung wird nach der Verordnung über den ökologischen Landbau getrennt vom sonstigen Schlachtbetrieb durchgeführt. Alle Tiere werden mit anerkannten Methoden auf BSE getestet. Es wird ausschließlich Muskelfleisch verwendet. Die Herkunft der Tiere und des in den Produkten eingesetzten Fleisches ist für jeden Verarbeitungsschritt dokumentiert und nachvollziehbar.

Nach Erachten der Ernährungskommission werden somit alle derzeit verfügbaren Vorsorgemassnahmen ergriffen, um eine höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten.

Im Falle der häuslichen Selbstherstellung von Beikost mit Rind- oder Kalbfleisch empfehlen wir zur Risikoverminderung die Verwendung von Rind- oder Kalbfleisch aus zertifizierter ökologischer Erzeugung.

Auch ein Verzicht auf Rindfleisch ist möglich und mit einer vollwertigen Ernährung vereinbar.

Eine BSE-Übertragung im Rahmen der landwirtschaftlichen Produktion von Schweinen und Geflügel sowie bei Fisch ist nicht bekannt. Auch Milch und Milchprodukte können nach dem heutigen Wissenstand BSE nicht übertragen.

Autoren: (Böhles HJ, Henker J, Kersting M, Koletzko B, Lentze MJ* (Vorsitzender), Maaser R, Manz F, Pohlandt F, Przyrembel H)

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