„DGKJ-Netzwerk: Forschung“
13.03.2026
Eine erfolgreiche Veranstaltung und 3 Auszeichnungen

Vom 05.-07.03.2026 fand erstmalig das „DGKJ-Netzwerk: Forschung“ unter dem Motto „Forschen für die Kindergesundheit: Wissen vernetzen, Gesundheit gestalten“ statt. Die Federführung dieses Kurses lag bei Prof. Dr. Julia Hauer, Dr. Janna-Lina Kerth, Prof. Dr. Christoph Härtel, Prof. Dr. Jan-Henning Klusmann und Prof. Dr. Peter Kühnen.
Das Programm zeichnete sich durch Impulsvorträge und Workshops aus. Neben spannenden fachlichen Diskussionen kam auch der Austausch und Vernetzung außerhalb des Programms nicht zu kurz.
Die 33 Teilnehmenden reichten im Vorfeld Abstracts zu Ihren eigenen aktuellen Forschungsprojekten ein und stellten diese während der Veranstaltung vor. Aus diesen Abstracts wurden ein erster und zwei zweite Plätze ausgewählt, die besonders hervorstachen.
Die Preisträger/-innen
Bild: DGKJ
Bild: DGKJDen ersten Preis erhielt Alicia Zink vom Institut für Evidenz in der Medizin an der Universität Freiburg, für ihre Arbeit zur Effektivität und Sicherheit von pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Therapien einer Anorexia nervosa im Jugendalter. In sehr verständlicher Weise präsentierte die Preisträgerin die Methodik des systematischen Reviews und einer Netzwerk-Metaanalyse aus insgesamt neun Datenbanken, einschließlich der Einschätzung von Verzerrungen (Bias) und der Gradeinteilung der Evidenz. Sowohl die klinische Relevanz des Themas als auch die Darstellung und Interpretation der vorläufigen Ergebnisse waren herausragend.
Den zweiten Preis erhielt Josephine Stark vom Zentrum für Versorgungsforschung der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane, für ihre Arbeit zum Einfluss gelebter Erfahrungen auf die reproduktive Entscheidungsfindung von Menschen mit Mukoviszidose. In einer qualitativen Interviewstudie mit Betroffenen sowie Mitgliedern von Behandlungsteams untersuchte sie, wie persönliche Krankheits- und Lebenserfahrungen Entscheidungen für oder gegen eine Familiengründung prägen. Die Arbeit beleuchtet differenziert geschlechtsspezifische Perspektiven sowie Veränderungen durch neue therapeutische Möglichkeiten wie die Modulator-Therapie. Besonders überzeugend war die sensible Aufarbeitung individueller Erfahrungen und deren Bedeutung für Beratungs- und Unterstützungsbedarfe in der Versorgung von Menschen mit Mukoviszidose.
Ebenfalls mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde Matthias Möller vom Universitätsklinikum Bonn für seine Arbeit zur KI-basierten Risikostratifizierung bei ECMO-Therapien auf pädiatrischen Intensivstationen nach elektiver Herzchirurgie. Auf Grundlage umfangreicher peri- und postoperativer Daten aus elektronischen Patientenakten wurden verschiedene maschinelle Lernverfahren und Überlebensmodelle zur frühzeitigen Erkennung kritischer Ereignisse verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere nichtlineare Modelle, wie neuronale Hazard-Schätzer, ein hohes Potenzial für die frühzeitige Identifikation von Hochrisikokonstellationen besitzen. Die Arbeit überzeugte durch ihren innovativen methodischen Ansatz und ihre hohe klinische Relevanz für die Verbesserung der intensivmedizinischen Versorgung herzchirurgischer Patient/-innen im Kindesalter.
Wir gratulieren allen Preisträger/-innen sehr herzlich!
Dr. Janna-Lina Kerth und Prof. Dr. Christoph Härtel
Bild: DGKJ